Chancen in Euroland, Japan, im pazifischen Raum und in den Emerging Markets

 

Frankfurt, 29. Juli 2002 - Obwohl die wirtschaftliche Erholung in der Welt unbestreitbar ist und die Gewinnerwartungen der Unternehmen nach oben korrigiert werden, fielen die Kurse an den Aktienmärkten in den letzten Wochen, unterbrochen von einigen kurzen Aufwärtsbewegungen, weiter. Auf diese widersprüchliche Entwicklung, die von den Anlegern mit Sorge zur Kenntnis genommen wird, macht der internationale Vermögensverwalter Schroders aufmerksam. Der Grund für den weiteren Verfall der Kurse ist nach Meinung vieler Experten vor allem in der tiefen Vertrauenskrise zu suchen, die durch die Bilanzierungstricks und -betrügereien ausgelöst worden sind. Schroders geht davon aus, dass die im Vergleich zum langfristigen Durchschnitt hohen Bewertungen der Aktienmärkte der wahrscheinlichere Grund für den allgemeinen Verfall der Aktienkurse waren. Obwohl Befürchtungen mit Blick auf die Bewertungen kurzfristig weiter die Stimmung vor allem in den USA belasten könnten, bringe der jüngste Kursverlust etliche Märkte inzwischen nahe an ihren "fairen Wert". Anleger, die jetzt ein Gespür für diese Aussichten haben, sollten nach Auffassung des Investmentunternehmens langfristig belohnt werden.

 

Positiv eingestellt ist Schroders vor allem für den europäischen Markt, für Japan, den Fernen Osten und die Emerging Markets. Die Aktienkurse in diesen Regionen sollten wieder zulegen, da die Investoren beginnen, sich auf die verbesserten wirtschaftlichen Daten zu besinnen. Dennoch rät Schroders insgesamt zu einer Untergewichtung des weltweiten Aktienengagements in einem diversifizierten Portfolio. Den Ausschlag dafür gibt die geringere Gewichtung der amerikanischen und britischen Aktien. Die Gründe dafür sind unterschiedlich.

 

US- und UK-Markt

Den US-Markt würden wahrscheinlich Befürchtungen mit Blick auf die Bewertungen und Gewinnaussichten bremsen. Die relativ defensive Natur des britischen Marktes hingegen hat zum Ergebnis, dass er in der anstehenden wirtschaftlichen Erholungsphase wohl weniger profitiert. Da die wirtschaftlichen Daten etwas schwächer ausgefallen sind als erwartet und das wirtschaftliche Wachstum wohl gedämpfter sein wird als ursprünglich angenommen, sollten nach Einschätzung von Schroders die Zinsen mit großer Wahrscheinlichkeit niedrig bleiben. Angesichts dieser Entwicklung werden die Renditen von Staatsanleihen weiterhin auf einem niedrigen Niveau verharren, da sich die Kurse erhöhen. Unternehmensanleihen entwickeln sich schlechter als Staatsanleihen, erwartet das Investmenthaus. Bei der Einschätzung des amerikanischen Aktienmarktes müsse in Rechnung gestellt werden, dass es Bedenken zum Tempo des wirtschaftlichen Wachstums gibt und die Frage aufgeworfen wird, ob dieses Wachstum wirklich zu einer nachhaltigen Erholung der Unternehmensgewinne führt. Hinzu kommen außerdem Meldungen über die Bilanzmanipulationen einiger Gesellschaften. Dadurch sei das Vertrauen der Anleger in den US-Aktienmarkt beeinträchtigt. Dennoch sei nach einer Periode rückläufiger Gewinne das Wachstum bei den Unternehmensgewinnen offenkundig. Schroders erwartet außerdem in den kommenden Monaten weitere Verbesserungen. Gestiegene Gewinne in Verbindung mit gefallenen Kursen machen die Unternehmen auf Grund ihrer niedrigeren Bewertung attraktiver. Verglichen mit anderen Märkten bleibe der US-Markt aber noch ziemlich teuer. Daher gibt Schroders anderen Regionen, die sich stärker erholen, den Vorzug.

 

Europäischer Markt

Zu den europäischen Börsen stellte Schroders fest, dass sie sich ebenfalls nicht dem allgemeinen Kursverfall entziehen konnten. Damit näherten sich die Aktien allerdings wieder ihrem fairen Preis an. Die Kurse auf dem gegenwärtigen Niveau böten im Vergleich zu den anderen entwickelten Märkten eine gute Investmentgelegenheit. Die verschiedentlich auftretenden Zweifel an den Unternehmensgewinnen hält Schroders eher für nebensächlich. Der europäische Markt werde in der zweiten Hälfte des Jahres Fortschritte machen. Darauf weisen die wirtschaftlichen Daten hin, die eine Erholung in der Euro-Zone signalisieren. Außerdem sei das Geschäftsklima optimistischer geworden. Innerhalb Europas gibt Schroders der Eurozone vor Großbritannien den Vorzug.

 

Japanischer Markt

Auch gegenüber Japan zeigt sich das Investmenthaus zuversichtlich. Die wirtschaftlichen Bedingungen zeigen weiterhin eine zwar langsame, aber beständige Verbesserung. Da die Anfangsphase einer Erholung in Japan wahrscheinlich durch den Export getragen wird, bestehen einige Risiken durch die Aufwertung der Währung. Es gebe aber dennoch Grund genug, die heimische Wirtschaft optimistisch einzuschätzen, da die Ausgaben der Konsumenten Verbesserungen erkennen lassen. Umfragen zu den geschäftlichen Erwartungen signalisieren, dass die Unternehmen für die zweite Hälfte des Fiskaljahres starke Gewinnsteigerungen erwarten. Gemessen an seiner Bewertung bleibe der japanische Markt attraktiv. Schroders geht davon aus, dass Japan besser als die weltweiten Aktien insgesamt abschneiden wird.

 

Pazifische Region

Die Aussichten für die pazifische Region (außer Japan) schätzt das Investmenthaus gleichfalls optimistisch ein. Da das Wachstum der Weltwirtschaft zunimmt, werde der Export der Staaten dieser Region sich in der gleichen Richtung entwickeln. Das werde zu einer Erholung bei den Unternehmensgewinnen führen. Außerdem sei die Inlandsnachfrage schon immer eine Antriebskraft für die asiatischen Wirtschaften gewesen. Sie bleibe nach wie vor robust. Betrachte man die Bewertung der Aktien im pazifischen Raum, so bieten sie mehr Aufwärtspotential als die Titel in manchem westlichen Markt.

 

Emerging Markets

Die Emerging Markets fielen kürzlich zurück, weil sie durch einen schwachen Dollar und Risiken in einzelnen Ländern wie Brasilien und Türkei verunsichert worden sind. Trotzdem schätzt das Investmenthaus diese Märkte weiterhin positiv ein. Obwohl sie seit September 2001 eine überdurchschnittliche Entwicklung vollzogen, bleiben die Bewertungen attraktiv. Das werde vor allem durch die hohe Profitabilität der Unternehmen in den Emerging Markets unterstützt. Da diese Regionen sehr sensibel auf Veränderungen des Wachstums der Weltwirtschaft reagieren, rechnet Schroders mit weiteren Fortschritten der Emerging Markets. Sie werden wahrscheinlich die entwickelten Märkte outperformen.