• Der US-amerikanische Konsument lebt, aber für wie lange?
  • Risikoaversion bleibt ein Hauptthema

 

Konjunkturüberblick

  • Der US-amerikanische Konsument lebt! Die Verkaufszahlen des Einzelhandels sind im letzten Monat um weitere 0,8% gestiegen und folgen damit dem starken Wachstumstrend im Juli (1,1%). Wie auch schon in den letzten Statistiken stellen die Autoverkäufe weiterhin eine treibende Kraft dar. Dies kann als Antwort der privaten Haushalte auf die gezielten Werbekampagnen gesehen werden. Wenn man den Automobilsektor außer Betracht läßt, weisen die Verbraucherausgaben ein langsameres Wachstum mit einem Verkaufsplus von nur 0,4% (auf Monatsbasis) auf. Dies stellt im Vergleich zu anderen Standards (zum Beispiel Deutschland) ein gutes Ergebnis dar, aber es ist auch ein Hinweis für sinkende Verbraucherausgaben in den kommenden Monaten, weil der Boom im Autosektor nachlassen wird. Die Universität von Michigan konnte diesen Trend durch die Messung eines niedrigeren Verbrauchervertrauens diesen Monat belegen. Zur gleichen Zeit waren die Produktionspreise unverändert und die Kernpreise sind gefallen. In der Studie gab es keine Anzeichen von Inflationsdruck. Schließlich kommentierte Alan Greenspan den Kongress und drängte die Gesetzgeber das Gesetz betreffend der Budgetdisziplin, welches im Budgetvollstreckungsgesetzes von 1990 verankert ist, wieder aufzulegen. Dieses Gesetz wird am Ende dieses Monats auslaufen und läßt Greenspan befürchten, dass "die herrschenden politischen Trends Defizite zu favorisieren, sich verankern". Was auch der Wahrheit entspricht.

  • In der Eurozone hat die EZB wie erwartet die Zinsen nicht verändert und deren Präsident Duisenburg bezeichnete diese Politik als "für den Moment völlig neutral". Die Klugheit einer Einheitsgeldpolitik wird in den kommenden Monaten einer schweren Prüfung unterzogen: eine höhere Inflation in den anderen Teilen Europas bedeutet, dass die Politiker widerwillig den nötigen monetären Impuls für Deutschlands kränkelnde Wirtschaft geben. Unserer Meinung nach sollten für die verbleibende Zeit des Jahres beide, die Eurozone und die USA, den notwendigen Auslöser für eine Senkung um 50 Basispunkte der EZB im vierten Quartal liefern.

  • In Großbritannien zeigt der Arbeitsmarkt weiterhin eine beachtliche Widerstandsfähigkeit. Die Anzahl der Antragsteller fiel um 6.400 im August. Währenddessen zeigte die umfassendere Studie der Internationalen Arbeitsorganisation ein geringes Ansteigen der Arbeitslosigkeit in den drei dem Juni vorausgehenden Monaten. Dies wurde aber durch die massive Arbeitsplatzschaffung von 37.000 in der gleichen Periode in den Schatten gestellt. Diejenigen, die fürchten, dass Firmen in Großbritannien in der Erwartung einer Verbesserung der Weltwirtschaft Arbeitsplätze ansammeln, können durch global betroffene Sektoren (das verarbeitende Gewerbe und der Finanzdienstleistungssektor) beruhigt werden. Dort werden weiterhin Arbeiter entlassen. Diese Tatsache wird aber durch die starke Arbeitsplatzschaffung im öffentlichen Sektor verdeckt. Gemeinsam mit der Wiederaufnahme von Gewinnen, welche ein Wachstum von 4% (auf Jahresbasis) im Juli verzeichneten, sollte den Konsumenten dadurch in naher Zukunft geholfen werden.

  • Im 2. Quartal wurde das BIP in Japan gegen die Erwartungen um 0,6% (auf Quartalsbasis) nach oben korrigiert. Dies kann auf gesteigerte private Ausgaben zurückgeführt werden. Trotzdem wird der Konsument von der hohen Arbeitslosigkeit, sinkenden Gehältern und Prämien zurückgehalten. Dies wird auch als Ursache für den Nachlaß des Konsumentenvertrauens auf 44,1 in Tokyo im August gesehen. Es bedeutet, dass mehr Menschen der Wirtschaftslage pessimistisch als optimistisch gegenüber stehen. Aufträge für Maschinen stiegen im Juli um 1,9% und setzten damit ihren Wachstumskurs der letzten drei Monate fort. Dieses Wachstum folgte der starken Nachfrage der Hersteller. Zur gleichen Zeit fiel der inländische Großhandelspreisindex im August (0,9% auf Jahresbasis) weniger stark. Es kann auf den starken Aufwärtstrends der Rohölpreise, welche mit 30$/Barrel schlossen, zurückzuführen sein. Die Zahl der Konkurse ging um 2,2% (auf Jahresbasis) in die Höhe, da die Regierung Banken weiterhin unter Druck setzte uneinbringliche Kreditforderungen abzuschreiben. In Asien setzte die Expansion der malaysischen Industrieproduktion fort. Sie stieg um 6,9% (auf Jahresbasis), da Chiphersteller von den 15%igen Anstieg der Exporte, begünstigt durch die Anbindung an den US-Dollar, profitiert haben. In Taiwan sind die Exporte um 15,5% trotz der sinkenden Nachfrage aus den USA gestiegen. Ein Ausbau der Nachfrage besonders für elektronische Geräte vom Festland war ein Hauptgrund für dieses Wachstum.

 

Marktüberblick

  • Aktienmärkte konnten die Gewinne von letzter Woche nicht halten und sind Donnerstag und Freitag stark gefallen. Die Angst über den Krieg im Irak war ein Hauptauslöser.
  • Der US Dollar gewann an Wert gegen den Euro, Yen und Pfund Sterling.
  • Risikoaversion blieb ein dominantes Thema. Dies spiegelte sich in den guten Ergebnissen der risikoarmen Sektoren wie Güter des täglichen Gebrauchs und der medizinischen Versorgung und der schlechten Wertentwicklung in der Informationstechnologie wider.
  • Aktien großer Unternehmen waren in dieser Woche die Hauptverlierer, da die Aktien kleinerer Unternehmen in den meisten Regionen eine überdurchschnittliche Wertentwicklung verzeichneten.