Nur 18 Prozent aller in Schweden geleisteten Zahlungen erfolgen mittlerweile noch in bar, wie Zahlen des Royal Institute of Technology in Stockholm zeigen – ein weiterer Rückgang von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut einem Großteil der schwedischen Einzelhändler werden 80 Prozent ihres Handels über Kartenzahlungen abgewickelt. Bis 2020 soll diese Zahl sogar bei rund 90 Prozent liegen. Der Appetit auf den bargeldlosen Warenverkehr in Schweden ist so groß, dass viele Prognosen die erste bargeldlose Gesellschaft der Welt voraussagen.

Doch jetzt hat die Regierungsorganisation Swedish Civil Contingencies Agency ein Schreiben an jeden Haushalt verschickt, worin die Bewohner aufgefordert werden, "Bargeld in kleinen Stückelungen" beiseite zu legen, falls es zu Notfällen kommt – von Stromausfällen oder Technologieproblemen über Terrorismus und Cyberangriffen bis hin zu Krieg.

Auch in Großbritannien wird derzeit heftig über das Thema Bargeld diskutiert. Im Dezember warnte die unabhängige Initiative "Access to Cash Review", dass auch Großbritannien "schlafwandelnd in eine bargeldlose Gesellschaft" steuere, berichtet die "Daily Mail". "17 Prozent der britischen Bevölkerung – über acht Millionen Erwachsene – werden in einer bargeldlosen Gesellschaft Schwierigkeiten haben. Wenn wir jetzt nicht handeln, sind wir nur ein paar Jahre von Schweden entfernt", so die Vorsitzende Natalie Ceeney. "Schwedens große Botschaft an uns lautet: Sorgen Sie jetzt vor, ehe Sie in Schwierigkeiten geraten." (mb)