Banken in der Schweiz wehren sich gegen eine Öffnung in Richtung Fintechs, berichtet "Finanz und Wirtschaft". Der Verband der jungen Fintech-Szene, Swiss Finance Startups (SFS), hatte im Januar vorgeschlagen, eine Selbstregulierungsorganisation (SRO) zu gründen. Darin sollten alte und neue Akteure des Finanzplatzes Grundlagen für sogenannte Open-Banking-Lösungen schaffen.

Gegenliebe schaffte der SFS damit nicht: "Wir haben kaum Reaktionen auf unseren Aufruf hin erhalten, und diejenigen, die wir bekommen haben, waren eher ablehnend", zitiert "Finanz und Wrtschaft" den SFS-Präsidenten Gian Reto à Porta zu FuW. Eine SRO Open Banking werde es so schnell wohl nicht geben.

Konkret ging es dem SFS mit dem Schlagwort Open Banking um die Schaffung von Standards für offene Softwareschnittstellen (Application Programming Interface, API). Über API können Fintechs ihre Angebote direkt an die IT der Banken andocken. Die Kunden können so auf Wunsch über ihr Bankkonto direkt Angebote der Drittanbieter nutzen, die Finanz-Start-ups erhalten Zugriff auf Kundendaten. Als Vorbild dient dem SFS die zweite Auflage des EU-Regelwerks PSD (Payment Service Directive). Die PSD2-Richtlinie ist seit Anfang 2018 in Kraft und schreibt EU-Banken vor, Drittanbietern auf Wunsch des Kunden direkten Zugang zu seinen Konten zu ermöglichen.

Schweizer PSD 2 in weiter Ferne
Dem Bericht zufolge sei höchst unwahrscheinlich, dass PSD2 auch in der Schweiz in absehbarer Zeit Einzug hält. "Es ist derzeit nicht geplant, eine Verpflichtung zum Öffnen von Schnittstellen einzuführen", sagt Anne Césard, Sprecherin des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen, zu "Finanz und Wirtschaft". Zudem wehrt sich die Bankenlobby vehement gegen den Vorschag – und die Schweizer Banken sehen keine Notwendigkeit für eine eigene Regulierung in diesem Bereich. (fp)