In etlichen Ländern machen sich Notenbanken und Kapitalmarktregulierer Gedanken zu den Auswirkungen der Klimarisiken auf das Finanzsystem. Nicht so die Schweizer Nationalbank (SNB): Vor wenigen Wochen verkündete der Bundesrat, dass das Hauptaugenmerk der Analyse der SNB auf Marktrisiken liege. Eine Anfrage der Grünen-Politikerin Adèle Thorens Goumax, ob die SNB auch Klimarisiken bei ihrer Gefahrenevaluation miteinbeziehe, ließen die obersten Währungshüter schlicht unbeantwortet. Möglicherweise habe die SNB in Sachen Klima also einen blinden Fleck, schreibt die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ).

Dabei hätten die Schweizer Währungshüter der Zeitung zufolge durchaus ein ureigenes Interesse daran, Klimarisiken bei ihrer Analyse zu berücksichtigen. Rund 80 Prozent des Devisenportfolios der SNB machen Anleihen mit Investment-Grade-Status aus. Hier müsste die Notenbank mit massiven Kursverlusten rechnen, wenn es zu Schäden aufgrund von Naturkatastrophen käme.

Klima gewinnt an Bedeutung
Ende 2017 haben sich acht Zentralbanken zum "Greening the Financial System"-Netzwerk zusammengeschlossen. Mittlerweile ist die Gruppe der Mitglieder auf über 30 Zentralbanken und Aufsichtsbehörden angewachsen. Die SNB ist bislang nicht dabei. Das dürfte sich aber bald ändern: Wie die SNB auf Anfrage der NZZ mitteilt, hat das Direktorium vor kurzem einen Beitrittsantrag gestellt. Möglicherweise dürfte das Thema Klima künftig auch innerhalb der SNB an Bedeutung gewinnen. (fp)