Die Covid-19-Pandemie trifft die Schwellenländer besonders hart. Sollte eine zweite Welle der Pandemie diese Länder treffen, drohen auf kurze Sicht erhebliche Risiken für Anleger. "In den meisten Schwellenländern besteht ein sehr begrenzter Spielraum für Maßnahmen, um das Wachstum zu stärken. Deswegen wäre eine Verlängerung des Lockdowns äußerst negativ für das Wachstum und würde vor allem den Binnenkonsum schwer treffen", sagt Binay Chandgothia, Portfoliomanager für asiatische Anlagen bei Principal Global Investors (PGI). Das wiederum würde die Erholung der Gewinne beeinträchtigen und könne sogar eine Spirale in Gang setzen, bei der viele Unternehmen pleite gehen würden.

Auch die soziale Dimension bereitet Chandgothia Sorgen: "Der durch Covid-19 verursachte soziale Stress könnte sich zum Beispiel in Unruhen manifestieren, was die Erholung weiter dämpfen würde." Kommt es durch die Pandemie zu einer Welle der Deglobalisierung würden viele Schwellenländer zusätzlich unter Druck gesetzt. Chandgothia rät Anlegern deshalb, in Märkte zu investieren, die hauptsächlich vom Inlandkonsum angetrieben werden. "China, Indien und Indonesien bieten zudem günstige demografische Bedingungen. Und Länder wie Mexiko oder Indien profitieren möglicherweise von einer Neuorganisation der Lieferketten", sagt der Experte.

Langfristig attraktiv
Es handle sich jedoch vor allem um kurzfristige Risiken. Auf lange Sicht seien viele Schwellenländer weiterhin eine Investition wert. Wie so oft kommt es auch hier auf die sorgfältige Einzelfall-Analyse an. "Da sich die Wirtschaft in jedem Schwellenland mit ihrem eigenen Tempo und ihrer eigenen Logik folgend entwickelt, ermutigen wir Anleger, sowohl geografisch als auch hinsichtlich der Allokation der Anlageklassen selektiver zu sein", sagt Chandgothia. (fp)