Die globale Konjunktur verharre weiterhin auf moderatem Niveau, heißt es von der österreichischen Privatbank Semper Constantia. In der Eurozone zeige sich eine leichte Verbesserung. Die Bauleistungen und die Erholung der Einkaufsmanagerindizes könnten auf ein leichtes Plus beim BIP-Wachstum hindeuten. Staatliche Sparmaßnahmen hemmten allerdings den privaten Konsum, auch die Investitionstätigkeit der Unternehmen sei nach wie vor niedrig. Politische Unsicherheiten und ungelöste Probleme dürften das europäische Krisenmanagement weiter vor Herausforderungen stellen.
 
Chinas Wirtschaftswachstum habe zuletzt enttäuscht. Das Land leide nicht nur an schwachen Exporten, sondern auch an einem schwachen Privatkonsum. Einen Ausgleich lieferten staatliche Infrastrukturprojekte. Generell hätten Schwellenländer ihre Wachstumsprognosen zuletzt nach unten korrigieren müssen. Allerdings sollten die jüngsten Währungsabwertungen den Export stärken, Zinssenkungen angesichts rückläufiger Inflation wiederum die Binnenkonjunktur.
 
Aktien bleiben attraktiv
Trotz der Ankündigungen der Fed seien die mittelfristigen Aussichten für den Aktienmarkt positiv, heißt es von Semper Constantia. Für verbesserte Wachstumsaussichten spreche etwa die Tatsache, dass die Sparpolitik der US-Regierung im kommenden Jahr weniger Druck auf das  Wachstum ausüben werde, auch die US-Wirtschaft dürfe sich weiter erholen. Zusätzlichen Rückenwind sollte das Rekordvolumen an Aktienrückkäufen bieten. Aktien blieben deshalb weiter die attraktivste Anlageklasse. Regional seien europäische Aktien allgemein und Österreich im speziellen besonders attraktiv. Auf Sektorebene böten sich Chancen im Energiebereich.
 
Für das Währungspaar Euro-US-Dollar erwartet die Privatbank lediglich Bewegungen innerhalb der Bandbreite von 1,29 bis 1,35. Das Währungspaar Euro-Britisches Pfund dürfe sich weiter in der Spanne 0,84 bis 0,87 bewegen, Euro und Schweizer Franke in der Bandbreite 1,21 bis 1,26. Die aggressive Fiskalpolitik Japans spreche dafür, dass der Yen weiter schwächeln werde.
 
Rohstoffpreise unter Druck
Die niedrigeren Inflationserwartungen hätten zuletzt die Rohstoffpreise unter Druck gesetzt. Am stärksten seien die Edelmetallmärkte getroffen worden, aber auch die Industriemetallpreise hätten nachgegeben. Die Aussichten auf ein Ende der lockeren US-Geldpolitik und gestiegene Lagerbestände lasteten auch auf dem Ölpreis. Bei landwirtschaftlichen Produkten sei das Angebot von Weizen, Mais und Sojabohnen zum Ende des Erntejahres knapp, Zucker, Kaffee und Kakao seien dagegen ausreichend vorhanden. Die Aussicht auf eine Konjunkturerholung gegen Ende des Jahres könne die Rohstoffpreisen im Laufe des zweiten Halbjahres tendenziell treiben. (ww)