Gold hat sich in einer engen Handelsspanne bewegt und notierte um die Marke von 5.000 Dollar je Unze, während der Konflikt im Nahen Osten in die dritte Woche ging und Anleger die inflationären Folgen höherer Ölpreise abwogen.

Das Edelmetall gab am Montag (16.3.) zeitweise um bis zu ein Prozent nach, nachdem es bereits zwei Wochen in Folge Verluste verzeichnet hatte. Die durch den US-israelischen Krieg mit dem Iran gestiegenen Rohölpreise setzen Gold unter Druck, da sie die Aussicht auf weniger Zinssenkungen durch die US-Notenbank erhöhen. Rohöl zeigte sich volatil, wobei Brent bei rund 100 Dollar je Barrel schloss.

Unsicherheit über Kriegsdauer belastet Märkte
Die Unsicherheit über die Dauer des Krieges erschwert es Marktteilnehmern, die Auswirkungen auf Märkte und Gesamtwirtschaft einzuschätzen. Ein ranghoher Berater von US-Präsident Donald Trump erklärte, der Konflikt könne vier bis sechs Wochen andauern, während beide Seiten widersprüchliche Signale senden.

Am Wochenende startete der Iran neue Angriffe im Persischen Golf, störte Lieferketten an einem wichtigen Ölhub der Vereinigten Arabischen Emirate und widersprach damit Trumps Darstellung, Teheran strebe Waffenstillstandsgespräche an. Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, durch die üblicherweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports läuft, ist weiterhin nahezu zum Erliegen gekommen.

Starker Dollar verdrängt Gold als sicheren Hafen
Mit zunehmender Dauer des Konflikts sind die Aussichten auf Zinssenkungen gesunken. Händler sehen inzwischen praktisch keine Chance mehr für eine Zinssenkung bei der Fed-Sitzung in dieser Woche. Höhere Finanzierungskosten belasten in der Regel Edelmetalle, da diese keine laufenden Erträge abwerfen.

Der Krieg hat zudem den US-Dollar gestärkt – zulasten von Gold. Obwohl der Greenback am Montag leicht nachgab, hat er seit den ersten Angriffen der USA und Israels auf den Iran um rund zwei Prozent zugelegt. "Der Dollar war in diesem Konflikt der ultimative sichere Hafen", sagte Daniel Ghali, Senior Commodity Strategist bei der Toronto Dominion Bank. "Das ist negativ für Gold, da Gold im vergangenen Jahr der wichtigste sichere Hafen war."

Langfristig bleibt Gold gefragt
Trotz der nachlassenden Aufwärtsdynamik liegt Gold seit Jahresbeginn weiterhin mehr als 15 Prozent im Plus. Sorgen vor Stagflation könnten Anleger langfristig wieder stärker in Gold treiben.

"Gold ist eher eine Absicherung gegen die breiteren Auswirkungen von Konflikten als gegen direkte Kriegsrisiken", schrieb UBS Global Wealth Management in einer Mitteilung vom Montag. Zwar hätten höhere Energiepreise und Inflation das Metall belastet, doch "Gold schützt in erster Linie vor monetären Risiken wie Währungsabwertung, steigenden Defiziten und wirtschaftlichen Abschwächungen, die aus geopolitischen Konflikten resultieren können". (mb/Bloomberg)