Bargeld als Zahlungsmittel kommen aus der Mode, 500-Euro-Scheine werden zur Prävention von Geldwäsche nicht mehr gedruckt – und jetzt das: Ökonomen fordern plötzlich Scheine im Wert von 1.000, 5.000 und sogar 10.000 Euro. Das berichtet die "Welt". Demnach konstatieren Aloys Prinz, Direktor des Instituts für Finanzwirtschaft an der Uni Münster, und Hanno Beck, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Pforzheim, dass Bargeld seit einigen Jahren immer öfter als Wertaufbewahrungsmittel diene. Angesichts von Minuszinsen und einem zunehmenden Misstrauen gegenüber der Geld- und Finanzpolitik werde Bargeld "zum Rettungsanker". 

Mit 10.000-Euro-Scheinen sollen es Sparer leichter haben, ihr Geld zu bunkern. Die Riesen-Banknoten sollen jedoch nur zur Wertaufbewahrung dienen, nicht zu Transaktionszwecken. Denn sonst könnten sie für Geldwäsche missbraucht werden. Wer die Scheine für eine Bezahlung nutzen will, muss sie erst in kleinere umtauschen. Dabei kann die Bank die Herkunft überprüfen, so die Idee. Dennoch gilt es als unwahrscheinlich, dass die Europäische Zentralbank dem Vorschlag der Ökonomen nachkommt.

Andere Länder, andere Sitten
Die Idee großer Geldscheine ist indes nicht neu: In Großbritannien etwa gibt es Banknoten im Wert von bis zu 100 Millionen Pfund. Auch sie sind nicht für den Zahlungsverkehr vorgesehen. Die USA druckte bis zum Jahr 1945 Scheine bis zu 10.000 US-Dollar. Sie dienten als Zahlungsmittel zwischen Finanzinstitutionen und existieren weiterhin, allerdings gibt es nur noch wenige Exemplare. (fp)