Finanzielle Unabhängigkeit ist gerade für Frauen ein wichtiges Thema. Wer in seinen finanziellen Entscheidungen frei ist, kann die eigene Lebenssituation besser steuern und schützt sich vor Altersarmut. Insbesondere in den drei Bereichen Verhandlungen, Betreuung und Geldanlage könnten viele Frauen noch mehr rausholen, sagt Olga Miler, Mitgründerin der Lernplattform Smart Purse in der "Neue Züricher Zeitung" (NZZ).

In Gehaltsverhandlungen sind Frauen laut der Expertin oft kompromissbereiter als Männer und starten dadurch häufig bereits mit einem schlechteren Gehalt in den Beruf. Um von Anfang an besser zu verhandeln, sollten Frauen "unbedingt auf einem angemessenen Lohn beharren, aber eher versuchen, mit dem Verhandlungspartner eine gemeinsame Ebene zu finden, um sich so zu einigen", heißt es in der NZZ. 

Selbst in modernen und gleichberechtigten Beziehungen ist bis heute die Frau diejenige, die sich häufig um den Nachwuchs kümmert und dafür beruflich zurücksteckt. Damit einher gehen auch finanzielle Einbußen. Für einen solchen Fall müssten Frauen mit ihren Partnern Vorkehrungen treffen, rät Miler in der NZZ. Zusammen mit einem Vorsorgeberater könne man Transparenz schaffen und eine Kalkulation darüber aufstellen, welche finanziellen Langzeiteffekte eine Auszeit oder ein Teilzeitpensum haben. Als dritten Bereich, in dem Frauen noch stärker für ihre finanzielle Unabhängigkeit kämpfen sollten, definiert die Expertin die Geldanlage. "Es führt kein Weg daran vorbei, dass Frauen ihr Geld an den Finanzmärkten investieren", sagt Miler. 

Ran an die Märkte
Denn für Frauen gilt das gleiche, wie für alle anderen Privatanleger: Die Zinsen befinden sich seit Jahren auf einem extrem niedrigen Niveau, Sparkonten werfen kaum Erträge ab. Zusätzlich vernichtet die Inflation, auch wenn diese nur knapp oberhalb der Verzinsung liegt, den realen Wert des Ersparten. "Dieser Effekt wird umso dramatischer, je länger der Anlagehorizont ist. Die längere Lebenserwartung von Frauen verschärft daher das Problem", sagt Miler. Zusätzlich sei es wichtig, sich einen Notgroschen aufzubauen, auf dem Frauen im Falle eines Falles zurückgreifen können. (fp)