Die handelspolitischen Auseinandersetzungen zwischen US-Präsident Donald Trump und der chinesischen Regierung bergen viel Sprengstoff für Investoren. "Die jüngsten Ereignisse haben die Gefahr einer kurzfristigen Eskalation an den Finanzmärkten wieder erhöht", sagt Markus Ploner, Geschäftsführer von Spängler IQAM Invest. Aktien-Anleger mussten bereits Verluste hinnehmen.

Dabei waren die Aussichten für Investoren gut: Bis vor kurzem haben neben der Waffenruhe im Handelsstreit auch die geldpolitische Neuausrichtung der Notenbanken sowie die Erwartung eines robusten Wachstums der Unternehmensgewinne alle Anlageklassen breit unterstützt. "Die Risiken für einen Rücksetzer bestehen nun vor allem darin, dass sich nicht alle der bereits eingepreisten Entwicklungen erwartungsgemäß realisieren", sagt Ploner.

Schneller Deal bleibt Wunschdenken
Anfang Mai hatte Trump die bestehenden Zölle auf Importe aus China im Ausmaß von 200 Milliarden US-Dollar von 10 auf 15 Prozent erhöht. Außerdem kündigte er weitere Zölle auf das verbleibende Importvolumen (325 Milliarden US-Dollar) an. "Aus ökonomischer Sicht haben beide Wirtschaftsmächte kein Interesse an einem sich zuspitzenden Handelsstreit", sagt Ploner. Geopolitische Überlegungen und verhandlungstaktisches Agieren hätten die Chancen auf einen schnellen Deal jedoch wieder reduziert. (fp)