China und die USA haben es wieder einmal geschafft: Ihr Handelskonflikt erschüttert die Märkte weltweit. US-Strafzölle auf chinesische Waren und die darauffolgende Abwertung der chinesischen Währung lassen die Kurse an den Aktienbörsen einstürzen. Thomas Steinberger, Chefanlagestratege bei Spängler IQAM Invest, setzt deshalb verstärkt auf defensive Anlagen. Es sei "nicht auszuschließen, dass sich die negative Stimmung in der Industrie auf den Konsumsektor und den Arbeitsmarkt überträgt und dadurch rezessive Entwicklungen in der Gesamtwirtschaft ausgelöst werden."

Angesichts des Handelskriegs leiden in vielen Ländern die verarbeitende Industrie, die Investitionen und die Exporte. Damit steigen laut Steinberger auch die Konjunkturrisiken für die Gesamtwirtschaft in der Eurozone und den USA – selbst wenn die Zentralbanken ihre lockere Geldpolitik fortsetzen. Denn deren positive Wirkung habe sich bereits im ersten Halbjahr 2019 weitgehend erschöpft, sagt der Chefanlagestratege. 

Mit expansiver Geldpolitik allein ist es nicht getan
Sollte es in Europa tatsächlich zu rezessiven Tendenzen im Konsum- und Dienstleistungssektor kommen, müsste mehr passieren als weitere Zinssenkungen: Nur "die Auflösung der handelspolitischen Konflikte oder aktive fiskalpolitische Gegenmaßnahmen wie Steuersenkungen oder zusätzliche staatliche Investitionen" könnten laut Steinberger einem wirtschaftlichen Abschwung effektiv entgegenwirken. (fp)