Seit einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zu ungültigen AGB-Änderungen dürfen Bankkunden das Geld für bereits gezahlte Gebührenerhöhungen, denen sie nicht ausdrücklich zugestimmt hatten, zurückverlangen. Bei den Sparkassen sind die Kunden daraufhin allerdings nicht Sturm gelaufen, berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich dabei unter anderem auf Angaben des Präsidents des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Helmut Schleweis. Die Sparkasse Köln Bonn etwa hat bislang nur rund 1.600 Rückforderungen gezählt, was etwa 0,5 Prozent der Kundschaft entspricht.

Seit dem BGH-Gebührenurteil müssen Kreditinstitute sich Gebührenerhöhungen ausdrücklich von ihren Kunden genehmigen lassen. Viele Geldhäuser schicken ihren Kunden nun online oder postalisch Briefe, in denen sie zur Zustimmung bis Ende September auffordern – und andernfalls mit der Kündigung drohen. DSGV-Präsident Schleweis klagt derweil über den bürokratischen Aufwand: "Wir benötigen jetzt 2.700 Tonnen Papier, um Kunden über etwas zu informieren, was sie schon wissen," zitiert ihn das "Handelsblatt".

Keine Briefe wegen Papiermangel
Ein Grund, weshalb Sparkassen die Schreiben lieber online verschicken, sei mitunter Papiermangel. Laut "Handelsblatt"-Bericht würden die Sparkassen die umfangreichen Schreiben á doppelseitig bedruckten 65 Blatt andernfalls erst im kommenden Jahr postalisch ausliefern können. "Tatsächlich gibt es in vielen Bereichen derzeit Lieferengpässe. Das trifft auch für Papier zu", heißt es seitens des DSGV. Man pflege daher einen "möglichst sparsamen Umgang mit Papier". (fp)