Filialschließungen bei Banken müssen nicht zwangsläufig auf eine Ertragskrise des betreffenden Instituts hindeuten. "Anders als oft behauptet, werden Bankfilialen kaum wegen der Kostenersparnis geschlossen", sagt der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Helmut Schleweis, in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Der Einspareffekt sei gar nicht so groß, wie oftmals gemutmaßt. Die Mietverträge würden auch nach der Schließung oft noch lange weiterlaufen und die Mitarbeiter in der Regel in anderen Filialen weiterbeschäftigt.

Zwischen 2016 und 2018 haben die Sparkassen rund 1.000 Filialen geschlossen. Sparkassen-Präsident Schleweis spricht von "Zusammenlegung" und nennt als Hauptgrund hierfür veränderte Kundenbedürfnisse. "Die Filiale wird immer seltener für den Zahlungsverkehr oder regelmäßige Serviceleistungen gebraucht; das machen die Kunden online", erklärt er der FAZ. Filialen vor Ort seien dennoch  auch in Zukunft wichtig für die persönliche Beratung. Dazu alledings müssten sie größer und mit mehr Mitarbeitern besetzt sein
 
Weitere Schließungen geplant
Seit dem Jahr 2017 ging die Zahl der Sparkassen-Filialen um 490 auf heute bundesweit 13.016 Filialen zurück. Schleweis rechnet damit, dass die Zahl noch weiter abnimmt, sich das Tempo jedoch deutlich verlangsamt. Auf die Frage, wie viele Sparkassen-Filialen noch geschlossen werden sollen, antwortet er: "Das hängst ausschließlich davon ab, wo und auf welchem Weg die Kunden zu uns kommen wollen". (fp)