Feinde des Fondssparens – die gibt es durchaus – betonen, dass der ratierliche Fondskauf langfristig schlechter abschneidet als die Einmalanlage am Beginn der Sparperiode. Sofern der jeweilige Markt am Ende der Periode höher steht als am Anfang, ist das korrekt. Aber erstens gibt es dafür keine Garantie, sondern nur Erfahrungswerte, und zweitens muss man es auch nervlich durchstehen, wenn es zwischenzeitlich zu Rückschlägen kommt.

Für die Mehrzahl der Anleger erübrigt sich diese Diskussion aber ohnedies, weil sie gar nicht vor der Wahl stehen, 100.000 Euro sofort oder 50 Euro monatlich, über viele Jahre verteilt, anzulegen. Ihnen bleibt nur die zweite Variante.


FONDS professionell ONLINE hat die gebräuchlichsten Fondssparplan-Kategorien durchleuchtet. In unserem siebenteiligen Sparplan-Check zeigen wir in den kommenden Tagen, mit welchen konkreten Portfolios geduldige Anleger in den vergangenen zehn Jahren am besten fuhren.


Die wahre Stärke von Fondssparplänen liegt in ihrem Automatismus, auch im Crash weiter zu investieren – auch bei Wertpapieren liegt der Gewinn im Einkauf. Diese regelmäßig erzielbaren "Schnäppchenpreise" bewirken das statistisch zu erwartende gute Langzeitergebnis. Ohne Sparplan hätte allerdings nur ein kleiner Teil der Anleger die Nerven, in Rezessionen und Krisen Fonds zu kaufen. Selten zuvor traf dies mehr zu als im März 2020. Der Kurssturz infolge der Corona-Pandemie war zwar nicht der stärkste Rückschlag aller Zeit, aber – wie Marktbeobachter berichteten – einer der "schnellsten". Binnen drei Wochen verlor etwa der S&P 500 Index für US-Aktien rund 30 Prozent.

Kein Anlass zur Sorge
Dieser Markteinbruch spiegelt sich zwar noch in den aktuellen Langzeitergebnissen von Sparplänen wider, Anlass zur Sorge gibt es aber nicht. Betrachtet man etwa die 20-Jahres-Resultate von global investierenden Aktienfonds, dann blickte man zur Jahresmitte auf ein annualisiertes Ergebnis von 5,1 Prozent nach Kosten zurück. Ende 2019 lag der Vergleichswert dazu noch bei 5,7 Prozent. Das erscheint zwar wie eine deutliche Verschlechterung, geht man aber nur ein Jahr zurück, lag man mit derselben Betrachtung bei vier Prozent – das enttäuschende Börsenjahr 2018 schlug damals voll durch. Und damit wird auch ein weiterer Vorteil von Fondssparplänen deutlich: Da sie keine fixen Laufzeiten aufweisen, erzwingen sie auch keinerlei Handlungsbedarf, wenn am Ende einer ursprünglich geplanten Ansparzeit ein ungünstiger Ausstiegszeitpunkt läge. Da die stärksten Anstiege nach größeren Rückschlägen erfolgen, ist man nach ein bis zwei Jahren aller Erfahrung nach wieder im grünen Bereich.

In einer siebenteiligen Serie stellt FONDS professionell ONLINE Ihnen in den nächsten Tagen die lukrativsten Sparplanfonds aus den gängigsten – sprich vertriebsrelevanten – Kategorien vor. (gf)

Die Grafik zeigt, wie viel Rendite Anleger in den letzten zehn beziehungsweise 20 Jahren durchschnittlich per annum mit Fondssparplänen erzielen konnten. Quelle: BVI; Stand der Daten: 30. Juni 2020 in Prozent