Im ersten Quartal 2020 haben die Finanzmärkte durch die Covid-19-Pandemie einen historischen Einbruch erlitten. Trotzdem haben Anleger in Deutschland so viele Aktien erworben wie seit mehr als einer Dekade nicht mehr. Vor allem junge Leute schließen im großen Stil Wertpapier-Sparpläne ab. "Diese neue Aktienliebe der Deutschen überrascht und ist derzeit in Europa einzigartig", sagt Markus Richert, Seniorberater bei der Portfolio Concept Vermögensmanagement. Andere EU-Länder waren im gleichen Zeitraum wesentlich zurückhaltender. Allerdings sei dort die Quote der Aktienbesitzer auch generell höher, so der Experte.

Sparpläne haben für Investoren viele Vorteile. Das vielleicht größte Plus ist der sogenannte Durchschnittskosteneffekt (Cost-Average-Effekt). "Dieser lässt Anleger ruhig schlafen", erklärt Richert. Denn dadurch erwerben Investoren bei niedrigen Börsenkursen mehr Anteile und umgekehrt. "Das Risiko eines Kaufs zum falschen Zeitpunkt wird damit eliminiert."

Die Macht des Zinseszins
Mit einem Sparplan, der die Wiederanlage der Erträge vorsieht, lassen Anleger außerdem zusätzlich den sogenannten Zinseszinseffekt für sich arbeiten. "Die langfristige Aktienrendite zugrunde gelegt, werden aus 100 Euro, die über einen Zeitraum von 20 Jahren Monat für Monat eingezahlt werden, am Ende immerhin rund 48.000 Euro", sagt Richert. In dieser Zeit können Sparer ihr eingezahltes Kapital somit verdoppeln. (fp)