Die Bürgerbewegung "Finanzwende" hat eine Kampagne namens "Lockdown für Dividenden" gestartet. Der Verein fordert von der Bundesregierung, Unternehmen die Ausschüttung von Gewinnen an ihre Eigentümer zu verbieten, wenn sie in der Corona-Krise staatliche Hilfen erhalten und nicht zurückgezahlt haben.

"Bei BMW, Daimler und Co. sollen letztlich auch Steuergelder als Gewinnausschüttungen an Aktionäre fließen", sagt Kampagnen-Leiterin Lena Blanken. Während viele Beschäftigte unter Einkommenseinbußen durch Kurzarbeit leiden würden, seien zahlreiche Aktionäre angesichts hoher Aktienkurse ohnehin schon nicht die Verlierer der Krise.

"Ausschüttungen schleunigst unterbinden!"
"Ein Minus für Beschäftigte und Hilfeleistungen durch die Steuerzahler, aber Gewinne für die Aktionäre – diese Ungerechtigkeit in der Corona-Krise ist niemanden zu erklären und gefährdet die Solidarität unserer Gesellschaft", meint Blanken. "Solche Ausschüttungen muss die Bundesregierung nun schleunigst unterbinden!"

Dies sei in vielen Fällen auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht geboten, denn die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Probleme seien noch nicht vorbei. Unternehmen wie Adidas hätten in der Krise schnell nach dem Staat gerufen. Nun sollten sie nach Ansicht der Organisation lieber das Geld zusammenhalten, um weitere Hilfszahlungen zu vermeiden.

Unterschriftenaktion gestartet
Die "Finanzwende"-Macher verweisen in einer Pressemitteilung auf zwei "besonders auffällige Beispiele" aus der Automobilbranche. Daimler habe zeitweise bis zu 80 Prozent der 170.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, 10.000 Stellen gestrichen und Subventionsprogramme gefordert. "Dennoch verbuchte der Konzern einen Gewinn und plant sogar, über 400 Millionen Euro mehr Gewinn auszuschütten als 2020", schreibt die Organisation.

BMW habe 2020 für das Geschäftsjahr 2019 rund 1,6 Milliarden Euro an seine Aktionäre ausgeschüttet, während bis zu 30.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit gewesen seien. "Damals wurde die Ausschüttung damit begründet, dass es sich um die Gewinne von 2019 handelt. Nun soll aber auch dieses Jahr für das Geschäftsjahr 2020 ein Gewinn von über 1,2 Milliarden Euro ausgeschüttet werden", mokiert sich die Bürgerbewegung. Sie belässt es nicht bei ihrem Plädoyer an die Politik, sondern hat auch eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen. (bm)