Die beispiellose Ausweitung der Liquidität durch die Zentralbanken und die massiven Konjunkturprogramme haben es geschafft, die Wirtschaft zu stabilisieren. Adam Choragwicki, Leiter Rentenfondsmanagement bei Starcapital, rechnet deshalb nun sogar mit einer langsamen Erholung der Konjunktur. "Neue Programme sind bereits in der Pipeline und nur noch eine Frage der Zeit", sagt er. Schon in der Vergangenheit habe dies dazu beigetragen, dass sich die Wirtschaft mit Zeitverzug erholt.

Anlegern eröffnen sich damit Chancen. Denn die Coronakrise hat bei vielen Unternehmen zu einer Herabstufung des Ratings geführt – bei manchen bis hinter in den Hochzins-Bereich. "Diese Verschiebung nach unten löst oft einen technischen Verkaufsdruck aus, da institutionelle und Benchmark-Investoren verpflichtet sind, diese Titel zu verkaufen", erklärt Choragwicki. Das führt in der Folge zu einem überproportionalen Anstieg der Risikoprämien – obwohl sich die Bonität nur um ein bis zwei Stufen verschlechtert. 

Rendite mit gefallenen Engeln
Investoren sollten ihr Hauptaugenmerk auf liquide Unternehmensanleihen im Crossover-Ratingsegment BBB und BB legen. "Hier befinden sich die Risikoprämien immer noch auf einem sehr hohen Niveau, weshalb dieses Segment der Unternehmensanleihen die größten Aufholchancen bietet", sagt der Rentenprofi. Ebenfalls attraktiv sind Fallen-Angel-Anleihen, deren Kurse noch lange nicht auf dem Niveau wie vor dem Ausbruch der Coronakrise angekommen sind. "Die Angst vor einer Herabstufung ins High-Yield-Segment führt zu einem exponentiellen Anstieg der Risikoprämien, obwohl die historische Ausfallrate innerhalb dieser Ratingsegmente nur verhältnismäßig leicht steigt", sagt Choragwicki. (fp)