Im vergangenen Jahr haben viele junge Anleger die Börse neu für sich entdeckt. Nahezu 600.000 Menschen unter 30 Jahren wagten sich im Corona-Jahr an den Kapitalmarkt – 70 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Chancen stehen gut, dass diese "Generation Aktie" positive Erfahrungen auf dem Börsenparkett machen wird, sagt Manfred Schlumberger, Leiter Portfoliomanagement beim Vermögensverwalter Starcapital. Auch wenn die Aktienindizes schon auf neuen Allzeithochs notieren, sprechen die Fundamentaldaten und monetären Bedingungen seiner Ansicht nach für weiter steigende Kurse.

Die größten Chancen sieht Schlumberger in Europa und plädiert dafür, europäische Aktien überzugewichten. Der deutsche Leitindex Dax etwa werde spätestens im vierten Quartal die Marke von 16.000 Punkten überschreiten, vermutet er. Allerdings warnt der Portfoliomanager auch vor einem volatilen Sommer: "So langweilig wie in den zurückliegenden sechs bis acht Wochen wird es nicht weiterlaufen". Ein Grund dafür ist die steigende Inflation. Das Thema hält die Börse nämlich gerade in Schach.

Rohstoffsektor treibt Inflation
Der stärkste Treiber der Inflationsrate ist der Rohstoffsektor. Die wirtschaftliche Erholung sorgt weltweit für einen großen Rohstoffhunger, während das Angebot begrenzt ist. Aufgrund der Teuerung diskutieren Marktbeobachter immer wieder über mögliche Zinserhöhungen. Das könnte Unruhe in die Portfolios der Anleger bringen, vermutet Schlumberger. Doch aus seiner Sicht dürfte sich bei den Zinsen erstmal wenig bewegen. "Zinserhöhungen sind für die nächsten zwei bis drei Jahre kein Thema", erwartet er. (fp)