Kaum ein Tag vergeht, an dem Steve Eisman nicht gefragt wird, wann die nächste Krise ausbricht. Im Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ) gibt sich der Starinvestor, der einst die Finanzkrise korrekt vorhergesagt hat, erstaunlich gelassen. "Leider muss ich die Leute enttäuschen und sagen, dass ich für eine lange Zeit keine neue Finanzkrise sehe", zitiert ihn die Zeitung.

Im Gespräch mit der NZZ nennt der Investor mehrere Gründe für seinen Optimismus. Zum einen entwickle sich die US-Wirtschaft erfreulich, und auch der Euro sei stabil, so Eisman. Außerdem rechnet der Experte damit, dass es zwischen den USA und China im Handelskonflikt trotz zwischenzeitlichem Säbelrasseln am Ende doch noch zu einer einvernehmlichen Lösung kommen wird.

Der wichtigste Indikator ist für ihn aber die Kreditqualität der US-Konsumenten, die zwei Drittel des BIP ausmachen. "Der Zustand der Kreditqualität ist über das ganze Spektrum von ungewöhnlicher Güte", sagt Eisman.

Zinskurve sendet falsche Signale
Die von  zahlreichen Konjunkturskeptikern argwöhnisch beäugte inverse Zinsstrukturkurve in den USA bereitet Eisman dagegen keine schlaflosen Nächte. Sie habe in der Vergangenheit schon oft falsche Signale gesendet. "Das Verhalten der Zinskurve in den USA ist mehr eine Funktion des Quantitative Easing in Europa, denn der Anleihemarkt ist global", sagt Eismann. Zehnjährige deutsche Staatsanleihen würden derzeit eine Rendite von null aufweisen. Daher rechnet der Investmentprofi nicht damit, dass die Zinsen in den USA signifikant steigen werden. (fp)