Jeffrey Gundlach, Vorstandschef und Gründer der Fondsgesellschaft Doubleline Capital, warnt vor Unternehmensanleihen aus den USA. Die Papiere genießen ein höheres Rating, als sie verdienen, sagte er im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Finanz und Wirtschaft". Einer Studie von Morgan Stanley zufolge sei bei mehr als 30 Prozent der Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating die eigentliche Qualität gemessen an der Verschuldung Ramsch, also im spekulativen Bereich.

Die Situation erinnert den Starinvestor an die verbrieften Immobilienkredite, die die globale Finanzkrise 2008 ausgelöst haben. Auch diese Papiere waren einst viel zu hoch und von Ratingagenturen zu gut bewertet. Investoren, die US-Unternehmensanleihen im Portfolio haben, müssen sich auf harte Zeiten einstellen. "In der nächsten Rezession werden die Kurse vermutlich deutlich korrigieren", sagt Gundlach.

Deutliche Korrektur
Für Aktien sieht es dem Experten zufolge kaum besser aus. Auch in diesem Segment dürfte der US-Markt am meisten verlieren. Das würden die drei letzten großen Abschwünge zeigen. "Jedes Mal gab es ein Segment des globalen Aktienmarkts, das sich deutlich besser entwickelt hatte, und die damit verbundene Wirtschaft wurde als unbesiegbar wahrgenommen", sagt Gundlach.

Anfang der Neunzigerjahre war das Japan, 1999 Europa. Beide Märkte haben sich nach der Rezession nie wieder richtig erholt. Diesmal übertreffen Aktien aus den USA alle anderen Regionen. "Wenn die US-Börse korrigiert, dann wird sie deutlich korrigieren." (fp)