Die deutschen Banken und Sparkassen stellen sich bei der Einführung digitalen Geldes quer. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet über eine Stellungnahme der Deutschen Kreditwirtschaft, des Dachverbands der Banken und Sparkassen. Darin heißt es: Momentan bestehe keine Notwendigkeit, die Einführung von digitalem Zentralbankengeld in der Eurozone voranzutreiben. Damit stellen sich die Institute gegen die Europäische Zentralbank (EZB). Diese prüft seit Anfang des Jahres die Möglichkeit, den "E-Euro" einzuführen.

Die Kreditinstitute monieren, dass die Gefahren digitalen Geldes für die Finanzstabilität und mögliche Einschränkungen im Kreditangebot noch nicht ausreichend erforscht und geklärt seien. Es biete den Bürgern überdies keinen Mehrwert – die Deutschen sind traditionell Bargeld-Fans. Beim Bundesverband deutscher Banken klang das im vergangenen Jahr noch anders. Der Verband, dem unter anderem Deutsche Bank und Commerzbank angehören, hatte sich damals für die Einführung des digitalen Euro starkgemacht.

Eurozone im Wettbewerb mit Facebook
Nachdem Facebook angekündigt hat, die Digitalwährung Libra im Herbst 2020 ins Leben zu rufen, stehen die Notenbanken unter Druck, das staatliche Geldmonopol zu verteidigen, analysiert die FAZ. Auch die Deutsche Kreditwirtschaft ist nicht grundsätzlich gegen digitales Zentralbankgeld. Mittel- bis langfristig ist es ihrer Ansicht nach sogar unerlässlich, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Europa zu sichern und die wirtschaftspolitische Handlungsfähigkeit des Euro-Raums zu erhalten. Für den Moment ist den Instituten der E-Euro aber offensichtlich noch suspekt. (fp)