Die Europäische Union hat ihre schwarze Liste der Steuerparadiese um zehn weitere Staaten und Gebiete ergänzt, meldet unter anderem die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Bisher standen darauf nur fünf Länder und Gebiete: die Amerikanischen Jungferninseln, Amerikanisch-Samoa, Trinidad und Tobago, Guam sowie Samoa. Neu auf der neuen, verlängerten Steuer-Schwarzliste werden nun auch die Bermuda-Inseln, die Vereinigten Arabischen Emirate, Oman, Aruba, Barbados, Belize, Fidschi, die Marschallinseln, Vanuatu und Dominica genannt.

Die Schwarzliste führt Länder außerhalb der EU auf, die sich dem internationalen Austausch von Steuerdaten verweigern oder keine Unternehmenssteuern erheben. Die Übersicht, auf der niemand gerne auftaucht, wurde im Dezember 2017 eingeführt, nach den "Panama Papers"-Enthüllungen über Briefkastenfirmen in Steueroasen. EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici feiert sie als Erfolg: "Dank der Liste haben Dutzende Länder schädliche Steuersysteme beseitigt, und sie haben sich auf internationale Transparenzstandards und faire Besteuerung hinbewegt", zitiert ihn die SZ.

Schweiz bleibt "grau"
Weitere 34 Staaten und Gebiete – darunter beispielsweise die Türkei, Marokko, die Kaimaninseln und Vietnam – befinden sich auf einer "grauen Liste". Die betreffenden Länder haben der EU versprochen, von ihr kritisierte Steuerpraktiken zu überarbeiten, und stehen solange unter Beobachtung.

Auf dieser grauen Liste ist auch die Schweiz zu finden. Sie hatte beim jüngsten Treffen der EU-Finanzminister sogar noch Glück: Die EU hat die Eidgenossenschaft vorerst nicht – was zwischendurch wohl ebenfalls zur Überlegung anstand – auf die schwarze Liste verschoben. Brüssel geht laut "Neue Zürcher Zeitung" davon aus, dass Bern bis Ende des Jahres in kritischen Steuerfragen nachbessert. (fp)