Politiker der Demokratischen Partei im Bundesstaat New York haben einen neuen Gesetzentwurf vorgelegt, der Steuern auf Transaktionen mit Aktien, Anleihen und anderen Wertpapieren vorsieht. Stacey Cunningham, Präsidentin des New York Stock Exchange, will von solchen Vorschlägen nichts hören. Sollten die neuen Steuern eingeführt werden, droht sie, mit der Börse in einen anderen Bundesstaat umzuziehen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Cunningham meint es ernst: Die Börse habe in der Pandemie bereits gezeigt, dass sie den Handelssaal von einem Moment auf den nächsten schließen und dabei weiter wie gewohnt ihren Geschäften nachgehen könne. 

Mitarbeiter vieler Finanzdienstleister wanderten laut Cunningham ohnehin schon in Bundesstaaten mit einer "gastfreundlichen Steuerpolitik" ab, etwa Florida oder Texas. Auch hierzulande sorgt das Thema Finanztransaktionssteuer für Kontroversen. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union diskutieren immer wieder über eine Einführung einer solchen Steuer. Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte das Vorhaben bereits mehrfach angekündigt. Die Mitgliedstaaten, die eine spezielle Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte grundsätzlich befürworten, haben dann aber doch unterschiedliche Vorstellungen, was die konkrete Ausgestaltung angeht, berichtet die FAZ. Nachdem die Verhandlungen sich mehr als zehn Jahre erfolglos hingezogen haben, sind die Zweifel groß, ob dabei noch etwas herauskommen wird. (fp)