Die Sparkasse Mittelthüringen führt zum Jahreswechsel Negativzinsen auf Giro- und Sparkonten ein – und das auch für Bestandskunden, berichtet die "Thüringer Allgemeine". Ab dem 1. Januar 2021 erhebt das Geldinstitut demnach ein sogenanntes "Verwahrentgelt" in Höhe von 0,5 Prozent, wenn Sparer mehr als 70.000 Euro oder Eheleute mehr als 140.000 Euro auf Giro- und Sparkonten lagern. 

Durch die hohen Freibeträge seien rund 95 Prozent der Bestandskunden nicht betroffen, zitiert der Bericht einen Sparkassensprecher. Mit allen Sparern, die über der Freibetragsgrenze liegen, werde man persönliche Gespräche führen und alternative Produkte anbieten, die nicht vom Negativzins betroffen sind, heißt es weiter. 

Ausweitung der bestehenden Negativzins-Regelung
Die Sparkasse Mittelthüringen weitet damit ihre bestehende Negativzins-Regelung aus, die seit Februar bereits für Neukunden gilt. Man reagiere damit auf die anhaltende Niedrigzinsphase und wachsende überschüssige Einlagen. Die verursachen ihrerseits steigende Kosten für die Sparkasse, weil sie bei der Europäischen Zentralbank für die Einlagen ebenfalls einen Negativzins zahlen muss. Während der Corona-Krise sei das Vermögen der Sparkassenkunden in Thüringen stark gestiegen, weil viele Menschen lieber Geld auf die hohe Kante legen anstatt zu konsumieren. Gleichzeitig sei es den Sparkassen unmöglich gewesen, diese Summen als Kredite auszureichen.

Mittlerweile kassieren immer mehr Kreditinstitute Strafzinsen von Privatanlegern. Zuletzt hatten die Berliner Sparda-Bank eine entsprechende Regelung eingeführt. (fp)