Die Strategen von Banken und Asset Managern kappen ihre Kursziele für den deutschen Leitindex Dax. Eingedenk der anhaltenden Kursverluste des Auswahlindex lassen sich viele Prognosen nicht mehr halten. Dies berichtet die Wirtschaftszeitung "Handelsblatt". Demnach erwarten die Analysten zwar immer noch, dass der Dax sowie der US-Leitindex S&P 500 zum Jahresende einen höheren Stand erreichen als derzeit. Doch viele Experten räumen auch ein, dass die Bewertungen zunächst noch weiter fallen werden, bevor Besserung in Sicht ist.

"Die Märkte sind noch nicht aus dem Gröbsten raus", sagt etwa Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege beim Fondsanbieter Fidelity International. Die Verkäufe könnten sich noch einmal verschärfen. Uwe Streich, Aktienstratege bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), rechnet sogar erst mit einem Tiefstand an den Börsen in der ersten Hälfte des kommenden Jahres. Die LBBW prophezeite zuletzt zwar einen Dax-Stand von 13.000 Punkten für das Jahresende. Doch dieses Ziel wird überarbeitet – kein Wunder, da der Dax zuletzt die Marke von 12.000 Punkten nach unten durchbrochen hat.

"Es wird noch einmal schwierig"
Die Dekabank, der zentrale Wertpapierdienstleister der deutschen Sparkassen, rechnet mit einem Stand von 12.000 Zählern für das deutsche Leitbarometer zum Jahresende. Die Strategen zählen damit zu den skeptischsten Auguren unter den 20 Instituten, welche die Nachrichtenagentur "Bloomberg" regelmäßig zu ihren Prognosen befragt. "Das vierte Quartal wird noch einmal schwierig, weil die bisherigen Probleme die Märkte weiter prägen werden", zitiert das "Handelsblatt" Joachim Schallmayer, leitender Kapitalmarktstratege der Deka. Er hält einen weiteren Kursrutsch von 1.000 Punkten für möglich. Die Nord-LB hält 11.000 Punkte für die untere Grenze, bevor es wieder bergauf geht. (ert)