Die Tage der klassischen Bankenlehre sind gezählt. Sei es die immer komplexer werdende Digitalisierung oder das Thema Nachhaltigkeit – mit dem Berufsstand des Bankangestellten wird heute ein völlig neues Anforderungsprofil verknüpft als noch vor einiger Zeit. Dementsprechend ist die "Banklehre keine Garantie mehr für einen sicheren Job oder eine attraktive Karriere", sagt Barbara Thiell vom Beratungsunternehmen Kienbaum gegenüber dem "Handelsblatt". Nun sind es Juristen, IT-Experten oder sogar Kernphysiker, die in die Vorstandsetagen der Geldhäuser nachrücken. 

Der daraus resultierende Personalabbau ist laut Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) beträchtlich: Zwischen 2010 und 2019 belief er sich im Kreditgewerbe auf etwa 14 Prozent. Und ein Ende ist nicht in Sicht: "Durch die zunehmende Einbindung von Künstlicher Intelligenz wird es in den nächsten Jahren noch weitere Rationalisierungseffekte geben", sagt Carsten Rogge-Strang, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands des privaten Bankgewerbes (AGV), im Gespräch mit der Tageszeitung. Davon profitieren insbesondere Online-Banken und Fintechs, deren Apps die klassischen Aufgaben eines Bankangestellten am Schalter – und weit mehr – übernehmen können. (fp)