Nirgendwo in Europa legen Investoren so viel Geld automatisiert an, wie in Deutschland. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI). Ende 2019 verwalteten Robo-Berater demnach bundesweit ein Fondsvermögen von 7,5 Milliarden Euro. Das entspricht rund einem Prozent des Fondsvermögens deutscher Privatinvestoren. In anderen Ländern, in denen Sparer ebenfalls viel Geld in Fonds angelegt haben wie Italien, Spanien und Frankreich liegt der Anteil jeweils nur bei 0,1 Prozent.

Auch bei der Verbreitung liegt Deutschland mit 3.800 Robo-Kunden je eine Million Einwohner im EU-Vergleich in der Spitzengruppe. Dies ist laut BVI beachtlich, weil einige EU-Länder wie Großbritannien  oder die Niederlande die Verbreitung der automatisierten Beratung sogar unterstützen, etwa durch ein Provisionsverbot in der Anlageberatung.

Auch in den USA können sich Robos behaupten
Dennoch werden Robo-Berater dort nicht zwangsläufig stärker genutzt, beobachtet der Verband. Zwar ist in England die Verbreitung mit 8.600 Nutzern je eine Million Einwohner größer als in Deutschland, in den Niederlanden hingegen setzen Anleger deutlich weniger auf die automatisierte Beratung (1.800 Kunden je eine Million Einwohner). Ein Blick in die USA zeigt, dass sich Robo-Berater auch im freien Wettbewerb der Vertriebsmodelle stärker verbreiten können. Dort lassen 25.200 Anleger pro eine Million Einwohner ihre Fonds – ohne Provisionsverbot – durch Robo-Berater verwalten. (fp)