Im vergangenen Jahr haben viele Deutsche das digitale Banking neu für sich entdeckt. 2020 stieg die Zahl der Bankkunden, die über das Internet oder per Smartphone-App ihre Bankgeschäfte erledigen, um drei Millionen Nutzer auf 46,8 Millionen. Das entspricht einem Wachstum von vier Prozentpunkten auf 65 Prozent Nutzungsrate. Damit fällt das Plus etwa doppelt so hoch aus wie noch 2019, geht aus einer Studie der ING Deutschland gemeinsam mit Barkow Consulting hervor.

Zugleich wird deutlich: Digitales Banking hat seinen Zenit in Deutschland noch nicht erreicht. Im europäischen Gesamtvergleich landet Deutschland lediglich auf Platz 15. Spitzenreiter Dänemark kam im vergangenen Jahr auf eine Nutzungsrate von 94 Prozent. Unterstellt man für Deutschland dieselbe Rate, ergibt sich ein zusätzliches Potential von 20,8 Millionen Menschen. 

Eintrittsbarrieren senken
Die Beliebtheit von filiallosem Banking steigt laut Studie mit dem Einkommen. Während Haushalte mit niedrigerem Einkommen digitales Banking nur zu 49 Prozent nutzen, steigt dieser Wert mit höherem Einkommen auf bis zu 77 Prozent. Das größte Wachstumspotential attestieren die Studienautoren daher bei der Bevölkerungsgruppe mit dem niedrigsten Einkommen. 

Um diese Menschen zu erreichen, sollten Finanzdienstleister darauf achten, die finanziellen und organisatorischen Einstiegshürden möglichst gering zu halten. "Eine Kombination aus attraktiven Kosten und schlanken Prozessen ist hierbei erfolgsentscheidend", sagt ING-Experte Jürgen von der Lehr. Je einfacher und intuitiver die Bank Kunden begegne, umso leichter falle der Zugang. "Banken sollten aufklären und befähigen, damit Menschen selbstbestimmt ihre Geldangelegenheiten managen können", sagt von der Lehr. (fp)