Setzen, sechs! So lautet das Urteil, wenn es ums Finanzwissen bei den Deutschen geht, zumindest laut einer aktuellen Studie der Finanztip Stiftung. Diese hat 3.000 Menschen im Alter von 16 bis 69 Jahren zu Finanzthemen wie Versicherungen, Krediten und Aktien befragt. Das Ergebnis: Umgerechnet in Schulnoten hätte jeder zweite Befragte eine Vier minus oder schlechter bekommen. 

Dabei waren die Fragen nicht sonderlich komplex. "Wir haben genau solches Finanzwissen erfragt, das nötig ist, um ganz alltägliche Finanzprodukte richtig zu beurteilen", sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip. So wusste etwa jeder Zweite nicht, dass Dispozinsen beim Girokonto sofort anfallen und nicht erst zum Monatsende. 

Jüngere wissen weniger über Finanzen, aber mehr über Aktien
Dabei schnitten bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders schlecht ab. Haushalte mit Einkommen unter 1.500 Euro im Monat wussten weniger gut bescheid als solche mit einem höheren Einkommen. Bei ersteren beantwortete nur rund ein Drittel der Teilnehmer ungefähr die Hälfte aller Fragen richtig, bei Haushalten mit mehr als 3.800 Euro Einkommen waren es rund zwei Drittel. Außerdem schnitten Frauen schlechter ab als Männer.

Es gab auch eine Alterslücke: Rund 38 Prozent der befragten Unter-30-Jährigen erreichten nur etwa die Hälfte der Punktzahl, während es bei den Über-30-Jährigen 52 Prozent waren.  Überraschend: Jüngere kennen sich besser mit Aktien aus können die damit verbundenen Risiken ein wenig besser einschätzen können, auch wenn ihr grundsätzliches Finanzwissen geringer ausfällt. "Die Unter-30-Jährigen sind mit stetig sinkenden Zinsen und einem langanhaltenden Boom an den Aktienmärkten groß geworden", erklärt Tenhagen. (fp)