Frauen sichern sich immer noch seltener gegen Altersarmut ab als Männer, zeigt eine Studie des Versicherers Swiss Life. Das rächt sich im Ruhestand. Der Studie zufolge bezogen Frauen im Jahr 2019 eine um ganze 46 Prozent niedrigere Rente als Männer. Auffallend daran: Die meisten Frauen wissen offenbar gar nicht, dass ihre Altersbezüge so viel geringer ausfallen. So glaubt die Mehrheit, dass der "Gender Pension Gap" bei unter 40 Prozent liegt. Rund ein Drittel stuft die Rentenlücke zwischen den Geschlechtern bei höchstens 20 Prozent ein. "Vielen Frauen ist nicht bewusst, wie dramatisch sich der Gender Pension Gap auswirkt", sagt Jörg Arnold, Vorstandschef von Swiss Life Deutschland.  

Das lückenhafte Wissen spiegelt sich im Vorsorgeverhalten wider. Mehr als die Hälfte der Kunden, die bei Swiss Life ein Altersvorsorgeprodukt abschließen, ist männlich. Nur 43 Prozent sind Frauen, ein Prozent ordnet sich keinem dieser beiden Geschlechter zu. Frauen investieren nicht nur seltener in ihre Altersvorsorge, sie nehmen dazu oft auch weniger Geld in die Hand. Über die Hälfte der Frauen weiß zwar, dass sie mehr als 150 Euro monatlich sparen müsste, um auch in der Rente den Lebensstandard zu halten. Doch nur 22 Prozent von ihnen investieren diese Summe tatsächlich.  

Frauen mit hohem Gehalt sorgen besser vor 
Gehaltsunterschiede zwischen Mann und Frau sind ein weiterer Grund, warum Frauen seltener fürs Alter vorsorgen. "Leider existieren nach wie vor Einkommensunterschiede, die sich gerade bei den Rentenansprüchen bemerkbar machen", sagt Arnold. Frauen arbeiten seltener in Führungspositionen, dafür oft in schlechter bezahlten Berufen. Zudem unterbrechen oder reduzieren sie ihre Erwerbstätigkeit häufiger als Männer, weil sie Kinder betreuen oder Angehörige pflegen. Frauen, die mehr verdienen, sorgen gleichzeitig auch eher fürs Alter vor, zeigt die Studie.  

Es gibt allerdings auch gute Nachrichten: Auch wenn Frauen in der Altersvorsorge gegenüber den Männern immer noch im Rückstand sind, "nehmen sie heute das Zepter für ein selbstbestimmtes Leben früher in die Hand", sagt Arnold. Während Frauen vor zwölf Jahren erst im Alter von 34 über ihre Ruhestandsfinanzen nachdachten, schließen viele heute bereits im Alter von 31 Jahren erste Vorsorgeverträge ab. (fp)