Millionäre und Milliardäre mussten im vergangenen Jahr einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen: Ihr privates Finanzvermögen ist 2018 so langsam gewachsen wie seit Jahren nicht mehr. Das zeigt der aktuelle "Global Wealth Report" der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG). Demnach sind die Privatvermögen (ohne Immobilien) im vergangenen Jahr bereinigt um Wechselkurseffekte nur um 1,6 Prozent auf knapp 206 Billionen US-Dollar gewachsen. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor waren es noch 7,5 Prozent Wachstum. Zwischen 2013 und 2017 lag der durchschnittliche Zuwachs bei 6,2 Prozent im Jahr.

Die Studienautoren identifizieren vor allem einen Grund für den plötzlichen Wachstumseinbruch: den Absturz der Aktienkurse im vierten Quartal 2018. Im vergangenen Jahr gaben viele der großen Aktienindizes stark nach, und zwar vor allem in jenen Regionen, in denen die Reichen dieser Welt am stärksten investiert sind. Am härtesten hat die Aktien-Baisse US-Amerikaner getroffen, zeigt die BCG-Studie. Sie sind im Schnitt zu rund 50 Prozent in Aktien- und anderen Investmentfonds investiert.

Millionäre besitzen Hälfte des globalen Privatvermögens
Die USA sind zugleich auch das Land mit den meisten Reichen. Rund 14,7 Millionen US-Amerikaner besitzen laut BCG ein Privatvermögen von einer Millionen Euro oder mehr. Weit abgeschlagen dahinter folgen China (1,3 Millionen Millionäre), Japan (1,1 Millionen Millionäre) und die Schweiz (rund 500.000 Millionäre). Insgesamt ist die Zahl der Millionäre 2018 weltweit um 2,1 Prozent auf 22,1 Millionen gestiegen. Zusammen besitzen diese Personen die Hälfte des privaten Finanzvermögens der Welt. (fp)