Gerade mal 31 Prozent der Vermögensverwalter, die auf dem Schweizer Markt präsent sind, können guten Gewissens weiterempfohlen werden. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt das Beratungsunternehmen Zwei Wealth nach einer Auswertung der Investmentresultate von 327 Asset Managern, über die die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) berichtet. Im Kern der Untersuchung stand dabei die Frage: Wurde ein für die gewählte Anlagestrategie und das Marktumfeld angemessenes Resultat erzielt? 

Rund die Hälfte der positiv eingestuften Verwalter sind demnach spezialisierte Asset Manager, bei denen die Vermögensverwaltung das Hauptgeschäft ausmacht und die häufig eigene Portfolios verwalten. Mit einem Anteil von 36 Prozent mit dem Prädikat "empfehlenswert" schneiden unabhängige Vermögensverwalter besser ab als der Gesamtdurchschnitt. Dagegen fallen Banken mit nur einem Fünftel an ratsamen Vermögensverwaltungs-Diensten im Vergleich mit den anderen Gruppen deutlich ab. Zwei-Wealth-Geschäftsführer Patrick Müller erklärt das damit, dass bei den Banken meist noch eine Reihe anderer Aktivitäten, wie die Vergabe von Hypotheken oder die Betreuung von Unternehmen, große Aufmerksamkeit genießen, schreibt die NZZ.

Keep it simple
Entscheidend für die Erträge ist der Aufbau des Portfolios. Dabei gilt die Faustformel: Je einfacher, desto lukrativer. Bei Vermögensverwaltern, die nur Aktien und Schuldtitel zur Anlage nutzen, gelten immerhin 68 Prozent als empfehlenswert, heißt es im NZZ-Artikel. Werden zusätzlich auch noch alternative Anlagen wie Hedgefonds oder Private-Equity-Investments untergemischt, sinkt der Anteil der empfehlenswerten Geldverehrer bereits auf magere 25 Prozen. Noch unvorteilhafter schneiden Anbieter ab, die mehr als ein Fünftel der Kundenportfolios mit Hedgefonds bestücken. Von ihnen überzeugt nur jeder Siebte, so die Zeitung..

Vorteile haben zudem Manager, die vor allem auf kostengünstige passiv verwaltete Fonds (ETF) setzen. Wird auf aktiv gemanagte Fonds weitgehend verzichtet, sind 51 Prozent der Anbieter laut der Auswertung empfehlenswert. Spielen aktiv verwaltete Fonds hingegen eine wichtige Rolle, sinkt der Anteil auf 21 Prozent.

Hohe Reibungsverluste für Kunden
Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Auswertung war der sogenannte Client Share. Dieser gibt an, wie viel der erwirtschafteten Rendite letztendlich beim Kunden ankommt. In den letzten zehn Jahren waren das laut Zwei Wealth durchschnittlich magere 32 Prozent. Besonders risikoaverse Kunden, die Anbieter mit defensiven Strategien wählen, büßen einen großen Teil der Rendite ein, die ohnehin niedrig ist. Doch auch bei reinen Aktienstrategien kommen nur rund 48 Prozent der Erträge nach Abzug der Kosten bei den Geldgebern an. (fp/ps)