Umweltkriterien haben sich in den vergangenen beiden Jahren zu einem statistisch messbaren Treiber von Aktionärsrenditen entwickelt. Zu diesem Ergebnis kommt das Global-Equities-Team von Federated Hermes in einer nun veröffentlichten Studie.

Schon 2020 hatte das Team des angelsächsischen Investmenthauses herausgefunden, dass die Faktoren Unternehmensführung und Soziales einen deutlichen Einfluss auf die Aktionärsrenditen haben. "Die Pandemie hat die hohe Relevanz einer positiven Wirkung auf die Gesellschaft für die Performance untermauert: Unternehmen, die mehr soziale Verantwortung übernehmen, wiesen tendenziell eine Outperformance auf", berichtet der Fondsanbieter.

Die Nachhaltigkeits-Nachzügler hinken hinterher…
Im Hinblick auf Umweltfaktoren ließ sich dem Asset Manager zufolge bislang jedoch kaum belegen, dass Umweltfaktoren ähnliches Potenzial aufweisen. "In der Vergangenheit war der Zusammenhang uneinheitlich und nicht ausgeprägt genug, um als maßgeblich zu gelten", so das Investmenthaus. Dies habe sich in den vergangenen beiden Jahren jedoch geändert: "Ökologische Aspekte haben mittlerweile die gleiche Relevanz wie die Faktoren Soziales und Unternehmensführung. Damit bestätigt sich in allen drei Bereichen ein klarer Zusammenhang zwischen ESG und Performance."

Die Outperformance der Unternehmen, die sich in punkto Nachhaltigkeit verbessern oder bereits zu den Vorreitern zählten, sei jedoch weniger auf deren eigene Entwicklung zurückzuführen als auf das schlechte Abschneiden der Wettbewerber, die bei den ESG-Bewertungen hinterherhinken. "Für Anleger ist es ganz entscheidend, ESG-Nachzügler und Unternehmen, die in der ESG-Bewertung abrutschen, zu vermeiden, um von einer ESG-Prämie profitieren zu können", betont Lewis Grant, leitender Portfoliomanager für globale Aktien bei Federated Hermes.

… nur im Immobilien- und Energiesektor nicht
Die Ergebnisse fielen branchenübergreifend überraschend einheitlich aus, so der Fondsanbieter – abgesehen vom Immobilien- und Energiesektor als nennenswerte Ausnahmen. "Innerhalb dieser Sektoren erzielten Unternehmen mit den schlechtesten oder sich verschlechternden Umweltpraktiken im Vergleich zum Wettbewerb oftmals eine Outperformance", heißt es in der Pressemitteilung.

Insbesondere im Energiesektor sei dieses Ergebnis besorgniserregend, wenn auch nicht überraschend. "Einige Anleger meiden aus ökologischen Erwägungen den Sektor einfach komplett", sagt Grant. "Führt ein solcher Ausschluss durch viele nachhaltigkeitsorientierte Anleger dazu, dass der Sektor eher von denjenigen bestimmt wird, die sich weniger um Nachhaltigkeit bemühen? Wenn nicht die Anleger, die auf Nachhaltigkeit setzen, eine Führungsrolle im Energiesektor übernehmen, wer dann?", fragt er. (bm)