Der Boom auf dem deutschen Immobilienmarkt hat sich auch in der Corona-Krise fortgesetzt. Wohnungen und Häuser werden knapp, die wenigen noch freien Objekte sind hart umkämpft. Oft ist der Schauplatz dieses Kampfes das World Wide Web – und auch der Ort, wo Suchende noch am ehesten Erfolg haben. Eine Internetsuche war in den vergangenen drei Jahren der beliebteste und zugleich erfolgreichste Weg zum Traumhaus, wie Experten des Baufinanzierungsvermittlers Dr. Klein in einer Umfrage herausgefunden haben. Demnach gaben 74 Prozent der glücklichen Hauskäufer an, ihre Immobilie über eine Online-Anzeige gesucht zu haben. Fast zwei Drittel wurden im Internet auch tatsächlich fündig.

Über den digitalen Weg haben Immobilienkäufer heute fünfmal so häufig Erfolg wie noch vor zehn Jahren. Damals fanden lediglich zwölf Prozent aller Interessenten ihr Haus über das Internet. Allerdings kam die Online-Suche früher auch deutlich seltener zum Einsatz: Gerade einmal 22 Prozent aller Immobiliensuchenden stöberten im Internet nach freien Objekten. Weitaus beliebter waren Tipps und Hinweise aus dem Freundeskreis oder der Familie. Heute verlässt sich dagegen nur ein Drittel aller Immobilieninteressenten auf Hinweise aus dem privaten Umfeld. 

Quelle: Dr. Klein

Immobilienmakler seltener gefragt
Immerhin 24 Prozent der Interessenten suchen mit Hilfe eines Maklers nach einem neuen Heim. Dieser Weg ist heute allerdings weitaus weniger erfolgreich als noch vor zehn Jahren. Während bis zum Jahr 2010 rund 17 Prozent der Hauskäufer ihre Immobilien über einen Makler fanden, sind es heute nur noch neun Prozent.

Trotzdem sind Makler auch in Zukunft nicht wegzudenken, schätzt Immobilienexpertin Madeleine Kaiser von Dr. Klein: "Wir erleben es sehr selten, dass Immobilien von privat gekauft werden. Viele Interessenten nutzen zwar die Online-Portale als erste Orientierung, aber wenden sich dann oft gezielt an einen Makler. Zumal ein Großteil der Objekte, die die Makler im Portfolio haben, gar nicht in den Portalen auftaucht. Sie werden direkt innerhalb der Kundenkartei vermittelt, da der Andrang so groß ist." Lohnenswert sei die Kontaktaufnahme zum Experten auch vor dem Hintergrund des Ende Dezember in Kraft getretenen Gesetzes zur Teilung der Maklerkosten. "Nur die Hälfte der Courtage zu zahlen, ist für die Käufer eine spürbare Entlastung. Bei den aktuell hohen Immobilienpreisen bedeutet das schnell eine Ersparnis von mehreren Zehntausend Euro", erklärt die Spezialistin. (fp)