Alle Jahre wieder dreht sich zum Jahresende alles um die Frage: Welche Länder und Branchen werden im kommenden Jahr zu den Gewinnern am Aktienmarkt gehören? Lutz Neumann, Leiter Vermögensverwaltung bei der Hamburger Sutor Bank, hat eine besondere Empfehlung: "Kaufen Sie 2020 Aktien aus Vietnam – oder auch aus allen anderen Ländern. Damit machen Sie langfristig nichts falsch", sagt der Anlageprofi. Wichtig sei, dass man überhaupt in Aktien investiere. In Vietnam sieht Neumann dabei stellvertretend für die aufstrebenden Nationen besonders viele Chancen.

Neumann vergleicht die Börse mit einer Schachtel Pralinen: Man wisse nie, was man bekommt (einer der berühmtesten Sätze aus dem Hollywood-Streifen "Forrest Gump" mit Tom Hanks). Wer langfristig mit Aktien erfolgreich sein will, muss diese Unsicherheit akzeptieren – und verstehen, dass die langfristigen Ertragschancen davon unberührt bleiben. "Einen festen Prozentsatz, den viele Anleger gerne als Rendite einkalkulieren wollen, gibt es am Aktienmarkt nicht", sagt der Anlageprofi. Da die Zinsen mittelfristig niedrig bleiben, komme 2020 – wie in allen anderen Jahren auch – trotzdem kein Investor an Aktien vorbei.

Wirtschaftsleistung statt Marktkapitalisierung
Viele Renditesucher fürchten sich vor einem Bärenmarkt. Befeuert werden die Ängste von selbsternannten Crash-Propheten, die für 2020 den großen Knall prophezeien. Ob dieser eintritt, ist auf lange Sicht aber unerheblich, sagt Neumann. Denn über die Jahre gleichen sich Schwankungen stets wieder aus. Wichtig sei jedoch eine möglichst breite regionale Streuung. Neumann empfiehlt, den Fokus auf die Wirtschaftsleistung eines Staates zu legen. "Während die Marktkapitalisierung eher eine Momentaufnahme ist, gibt die Wirtschaftsleistung fundiert Auskunft über die Leistungsfähigkeit eines Landes, und damit über zukünftiges Renditepotenzial." (fp)