Viele Börsenindizes haben in diesem Jahr neue Gipfel erklommen. Schön, oder nicht? Bei zahlreichen Investoren löst diese Entwicklung statt Freude eher Höhenangst aus. Einige befürchten sogar massive Kurseinbrüche: Lohnt es sich überhaupt noch zu investieren, oder sollte man womöglich Aktien jetzt erst recht besser meiden respektive verkaufen?

Die Hamburger Sutor Bank beschwichtigt: In einer aktuellen Auswertung stellt das Kreditinstitut klar, dass die verschiedenen nationalen Börsenbarometer schon aufgrund von Währungsunterschieden kaum miteinander vergleichbar sind und dass ihre Rekorde nicht automatisch für einen baldigen Crash sprechen müssen.

Für ihre Auswertung hat die Sutor Bank 24 Börsenbarometer von Industrie- und Schwellenländern weltweit betrachtet. Zehn der untersuchten Indizes haben in diesem, zwei davon im vergangenen Jahr, ihren Allzeithöchststand erreicht. Darunter finden sich neben Deutschland und den USA auch Brasilien, Indien und Südkorea und die Aktienmärkte der drei skandinavischer Länder Dänemark, Norwegen und Schweden. Die Leitindizes von Ländern wie Japan, Spanien und Österreich ebenso wie Spanien und Frankreich sind von ihren ehemaligen Gipfeln dagegen noch ein gutes Stück entfernt..

Globale Vergleiche hinken
Die Sutor Bank betont allerdings, dass eine Vergleichbarkeit dieser Indizes aus mehreren Gründen sehr schwierig ist. Während etwa der US-amerikanische Aktienindex S&P 500 die Kurse der 500 größten börsennotierten Aktien der USA abbildet, sind im dänischen OMX Copenhagen nur 20 Titel vertreten. Neben der Marktbreite kommen unterschiedliche Berechnungsmethoden zum Tragen, die das Bild verzerren. Der Dax hat als Performanceindex Dividendenausschüttungen mit einberechnet, im Euro Stoxx 50 sind diese dagegen nicht berücksichtigt. Auch Währungsschwankungen und eine unterschiedliche Branchengewichtung macht die einzelnen Indizes kaum miteinander vergleichbar. 

Daher raten die Sutor-Bank-Profis Anlegern, die Indizes differenziert zu betrachten und ihre absoluten Kurse nicht als Grundlage für künftige Investmententscheidungen zurate zu ziehen. Ihrer Analyse nach bieten Indizes nur einen vereinfachten Blick auf die unterschiedlichen Dynamiken an den Märkten weltweit. Stattdessen empfehlen die Experten Anlegern, eine möglichst breite Aktienstreuung über viele Regionen zu wählen. So können sie die Risiken einzelner Länderindizes auffangen. (fp/ps)