Im nächsten Jahr dürfte es an den Aktienmärkten nicht mehr so steil nach oben gehen wie bisher. Schlecht wird das Jahr 2020 aber nicht, sagt Stefano Zoffoli, Chefstratege bei Swisscanto Invest. "Generell rechnen wir mit einem soliden Aktienjahr und Erträgen von vier bis sechs Prozent." Trotz der jüngsten Rally sind Aktien seiner Ansicht nach noch nicht zu teuer. Der Einstieg lohnt sich also auch im kommenden Jahr noch.

"Selbst in den USA sehen wir bei den beliebten Technologie-Titeln, die im Jahr 2019 bis dato ein Performance-Plus von knapp 40 Prozent vorzuweisen haben, hohe durchschnittliche Gewinnmargen von 20 bis 25 Prozent, die derzeit an der Börse mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von etwas mehr als 20 abgegolten werden", erklärt Zoffoli. "Von der vielbeschworenen Überbewertung kann hier also keine Rede sein."

Value vor Growth, Europa vor USA
In den kommenden Monaten dürften Aktienrückkäufe ein zuverlässiger Kurstreiber bleiben, prophezeit der Stratege. Er rechnet für 2020 allein in den Vereinigten Staaten mit Aktienrückkäufen im Umfang von rund 600 Milliarden US-Dollar. Zugleich geht er davon aus, dass Value-Titel im kommenden Jahr besser abschneiden werden als Growth-Aktien. Wachstumswerte sind mittlerweile vergleichsweise teuer, während substanzstarke Aktien aus den Branchen Telekommunikation, Automobil und Energie relativ niedrige Kurse aufweisen.

Regional bevorzugt Swisscanto im kommenden Jahr die Schwellenländer sowie Aktien aus der Eurozone. "Europäische Aktien sollten gegenüber den USA dank ihres zyklischen Charakters nächstes Jahr outperformen", sagt Zoffoli. (fp)