Auch wenn das Makroumfeld klar für Aktien spricht, sollten Investoren lieber auf günstigere Aktienkurse warten. Das ist einer Markteinschätzung von Fabrizio Quirighetti, Chefanlagestratege bei Syz Asset Management, zu entnehmen. Darin rät er Investoren, der Rally nun nicht mehr hinterherzujagen, denn die Bewertungen seien nicht länger attraktiv. "Die Wirkung der geldpolitischen Stimuli dürfte schon bald nachlassen“, so der Syz-AM-Mann. Nach einem Jahrzehnt der finanziellen Repression sei die Verschuldung der Industrieländer nach wie vor zu hoch, das nominale Wachstum zu gering.

Quirighetti sieht zwei Szenarien: "Entweder werden die Konjunkturdaten eine Stabilisierung des nominalen Wachstums bestätigen und die ersten Erwartungen von Zinserhöhungen aufkommen. Oder aber das Gegenteil tritt ein und es bahnt sich eine Rezession an.“ Die globale Wachstumsdynamik nimmt laut Syz AM weiter ab, da die Industrieaktivität in Europa weiter schwach ist. "Auch die Dynamik in den USA verlangsamt sich im Vergleich zur starken Entwicklung im Jahr 2018, da die fiskalpolitischen Impulse nachlassen; und die konjunkturellen Stimulierungsmaßnahmen in China schlagen sich bisher noch nicht vollumfänglich in der chinesischen Wirtschaft nieder“, faßt Adrien Pichoud, Chief Economist und Portfoliomanager bei Syz Asset Management, zusammen.

Britische Aktien punkten aufgrund ihrer Bewertung
An den Aktienmärkten lohnt ein Blick Richtung Großbritannien: "Britische Aktien sind vor allem aufgrund ihrer Bewertungskennzahlen attraktiv“, betont Maurice Harari, Senior Portfolio Manager bei Syz AM. Sie weisen jedoch ein etwas höheres Risiko auf, da der Brexit-Termin näher rückt.

"Darüber hinaus halten wir an der Übergewichtung der USA als Wachstumsmotor fest“, ergänzt Harari. Sollte es zu einer Korrektur der globalen Aktienmärkte kommen, bevorzugt der Experte die USA gegenüber Titeln in der Eurozone – trotz der höheren Bewertungen. (aa)