So mancher Anleger dürfte derzeit etwas ratlos auf sein Portfolio blicken. Denn wohin es mit der Weltwirtschaft geht, ist nur schwer abzusehen – dementsprechend unklar ist vielen, welche Anlagestrategie angebracht ist, beobachten Adrien Pichoud und Maurice Harari, Portfoliomanager bei Syz Asset Management. Für Unsicherheit sorgen vor allem mehrere wirtschaftspolitische Krisenherde: der Handelskrieg zwischen China und den USA, der Brexit und die instabile Nahost-Situation. 

In Deutschland schüren vor allem die stetigen Produktionsrückgänge in der Industrie die Rezessionsängste. "Der Ausblick ist per Definition unsicher", kommentieren die beiden Asset Manager. Jedoch sei Panik verfrüht: "Anleger dürfen die Widerstandsfähigkeit der Endnachfrage in den Industrieländern, die niedrigen Zinssätze und die mögliche Unterstützung durch die Fiskalpolitik nicht außer Acht lassen", sagt Portfoliomanager Pichoud. Auch erkennt er ermutigende Signale bei der Konjunkturdynamik in Europa und China – neben einem soliden privaten Konsum.

Zeit für vorsichtigen Optimismus
Die positiven Nachrichten sind für die Portfoliomanager Grund, etwas forscher anzulegen und ihre defensiven Positionen zu reduzieren. Dabei gehen sie jedoch vorsichtig vor: "Wir wollen auf stärkere Stabilisierungsanzeichen im globalen Wachstumstrend warten, bevor wir das Gesamtrisiko der Portfolios effektiv erhöhen", erklärt Harari. (fp)