Die Inflation könnte schon bald weiter anziehen, sagen Experten von T. Rowe Price. Als Gründe nennen sie die aufgestaute Verbrauchernachfrage, die sich bald entladen könnte, sowie die gestörten Lieferketten und die hohe Liquidität im Markt. "Unserer Ansicht nach sollten Anleger nicht mehr mit den ungewöhnlich niedrigen Inflationsraten des letzten Jahrzehnts rechnen", sagt Yoram Lustig, Multi-Asset-Experte bei dem Fondsanbieter. Er weist darauf hin, dass die Inflationserwartungen in Deutschland, Großbritannien und den USA so hoch liegen wie lange nicht mehr.

Doch die Preise dürften nicht überall gleich stark zulegen, prophezeit der Anlageprofi. "Wir erwarten zum Beispiel in den USA eine höhere Inflation als in Europa", sagt er. In den Vereinigten Staaten hat die Notenbank im vergangenen Jahr rund ein Fünftel aller umlaufenden Dollarscheine neu gedruckt. "Das sind starke inflationäre Kräfte, die mit einem plötzlichen Anstieg der Ausgaben zu steigenden Preisen führen können", erklärt Lustig. In der Eurozone könnte die Zentralbank moderate Preissteigerungen wiederum begrüßen. Sie bemüht sich schließlich seit Jahren vergeblich, ihr Inflationsziel in Höhe von zwei Prozent zu erreichen.

Sach-, Neben- und Substanzwerte bevorzugen
Anleger sollten in dem zu erwartenden reflationären Umfeld auf Werte setzen, die direkt oder indirekt von einer anziehenden Teuerung profitieren könnten, rät Lustig. "Dazu gehören Value-, Small-Cap- und Schwellenländer-Aktien", sagt er. Bei festverzinslichen Papieren können seiner Ansicht nach inflationsgebundene Staatsanleihen und variabel verzinsliche Darlehen attraktiv sein. Auch Rohstoff- und Immobilienaktien sowie Real Estate Investment Trusts (REITs) seien eine gute Wahl. "In Zeiten höherer Inflation können sie ihren Wert erhalten oder steigern", sagt Lustig. (fp)