Die milliardenschweren Strafzölle der USA gegenüber China könnten die weltweiten Devisenmärkte ins Wanken bringen, sagen die Experten von T. Rowe Price. Sollte der Handelsstreit weiter eskalieren, dürfte vor allem der asiatische Devisenmarkt leiden. "Einige asiatische Volkswirtschaften, etwa Südkorea, neigen dazu, gegenüber dem globalen Handel sehr empfindlich zu sein. Dies wirkt sich entsprechend auf die Währungen aus", sagt Andrew Keirle, Portfoliomanager und Mitglied des globalen Fixed Income Investmentteam bei T. Rowe Price. 

Bislang ist die Reaktion der Währungen in den Emerging Markets und in den Industrieländern sehr länderspezifisch ausgefallen. So hätten der japanische Yen und andere sogenannte Sichere-Hafen-Währungen Stärke gezeigt. Der Euro hingegen könnte künftig stärker in Bewegung geraten, sagt Keirle. Denn die USA hätten es mit ihrer Strafzoll-Politik gerade auf Regionen mit hohen Handelsüberschüssen abgesehen. Dies gelte insbesondere für Deutschland. "Im Moment ist es schwierig vorauszusagen, wie es an den Devisenmärkten weitergeht", sagt Keirle.

Indonesische Rupiah bietet Potential
Für Investoren können Währungs-Optionen ein Weg sein, den wachsenden Spannungen auf den Märkten zu begegnen. "Mit ihnen kann man sich gegen eine mögliche Eskalation an den Devisenmärkten absichern", sagt der Experte. So hätten Call-Optionen auf den japanischen Yen, derzeit durchaus ihren Reiz. Auch höher verzinsliche Währungen wie beispielsweise die indonesische Rupiah haben nach Ansicht von des Portfoliomanagers das Potential, Turbulenzen gut zu meistern. Trotz fundamental guter Voraussetzungen sei die Rupiah zuletzt auf das schwächste Niveau seit zwei Jahren gefallen. "Dies bietet gute Einstiegschancen", sagt der Portfoliomanager. Das gilt jedoch nicht für die indische Rupie, mit der in risikoarmen Phasen eine Zeit lang sogenannte Carry Trades möglich waren. Angesichts der in den USA geplanten Zinserhöhungen sei das Performancepotenzial der Rupie begrenzt, sagt Keirle. (fp)