Die Deutsche Bank (DB) könnte sich von ihrer Direktbanktochter Norisbank trennen. Wie Insider berichten, will die Deutsche Bank laut "Wirtschaftswoche" einen Verkauf prüfen. Die Überlegungen befänden sich in einem frühen Stadium, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Im Umfeld der DB heißt es, dass diese künftig eine klare "Zwei-Marken-Strategie“ verfolgen wolle. Die Norisbank mit ihren rund 550.000 Kunden gehörte zuletzt zum Bereich Digital Ventures, der mit dem Abgang seines Leiters Markus Pertlwieser aufgelöst wird.

Auch andere Optionen wie eine Integration der Digitalbank in die bestehende Organisation seien laut dem Wirtschaftswoche-Bericht denkbar. Unabhängig von der genauen Ausgestaltung könnte die Deutsche Bank jedenfalls die technische Integration der Postbank beschleunigen. Deren IT könnte bereits 2021 und damit ein Jahr früher als geplant auf die Plattform der Deutschen Bank transferiert werden. Für die Koordination des Projekts hat die Bank die Düsseldorfer Unternehmensberatung Ritzenhoefer engagiert. Durch IT-Optimierungen im Privatkundengeschäft will die Bank 400 Millionen Euro jährlich sparen.

Ein Verkauf der Norisbank war schon 2016 einmal in Erwägung gezogen worden, als die Diskussion um die Postbank zum ersten Mal virulent wurde. Die damals noch verbliebenen 90 Filialen der Norisbank waren 2012 bei der Postbank eingegliedert worden, es kam dann aber zu besagter Neu-Positionierung als reine Online-Bank. Übernommen hatte Deutsche Bank die Norisbank 2006 für 420 Millionen Euro von der DZ Bank. (hw)