Stillstand kostet: Wer sein Geld bei der Bank parkte, erhielt auch 2020 kaum Zinsen auf sein Erspartes. Im Schnitt lagen die Sparzinsen beim Tagesgeld im vergangenen Jahr zwischen hauchdünnen 0,11 und 0,09 Prozent. Das geht aus einer Erhebung der Beobachter von Tagesgeldvergleich hervor. 

Dabei sah es kurzfristig sogar danach aus, als würden für Zinsjäger bessere Zeiten anbrechen. Von März bis Juni vergangenen Jahres zogen die Zinsen aufs Tagesgeld im Zuge der Coronakrise vorübergehend leicht an. "Im ersten Lockdown bauten insbesondere Banken, die direkt mit Unternehmen verbunden sind, Liquidität für die Gesellschaften im Hintergrund auf", erklärt André Salzwedel, Finanzexperte des Fachportals. Diese Phase ebbte jedoch Ende des Sommers wieder ab und dürfte so schnell auch nicht zurückkehren. "Wir rechnen nicht vor Mitte 2020 mit Zinsschritten bei den Zentralbanken", sagt Salzwedel.
 
Chancen im europäischen Ausland
Das Online-Portal zeichnete außerdem die Anbieter mit den besten und stabilsten Zinssätzen aus. In diesem Jahr ging der erste Platz an die französische Renault Bank, die vom 1. Januar 2020 bis zum 1. Januar 2021 im Mittel immerhin 0,51 Prozent aufs Tagesgeld gewährte. Auf dem zweiten Platz landete der Vorjahressieger, die Advanzia Bank aus Luxemburg, mit 0,46 Prozent Zinsen. Den dritten Rang belegte die Leaseplan Bank aus den Niederlanden mit 0,37 Prozent. Beim Festgeld können dagegen vor allem Banken aus Südeuropa punkten. (fp)