Dass Tagesgeldkonten keine auskömmlichen Renditen mehr einbringen, ist kein Geheimnis mehr. Eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox zeigt aber nun: Die wenigsten Kreditinstitute zahlen überhaupt noch Zinsen jenseits der Null-Prozent-Marke. Von rund 1.300 untersuchten deutschen Geldhäusern zahlen lediglich 70 Institute Sparern überhaupt einen Zins von 0,01 Prozent oder mehr für ihr Tagesgeldkonto, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus der Auswertung. 543 Banken und Sparkassen geben dagegen keinen Cent Zinsen auf Einlagen. Der höchste ermittelte Zins liegt bei 0,10 Prozent. Sieben der untersuchten Geldhäuser bieten ein Tagesgeldkonto sogar ausschließlich gegen Strafzinsen an.  

Negativzinsen sind auch der Grund, weshalb immer mehr Sparer ihre Sichteinlagen auf mehrere Tagesgeldkonten verteilen. Eine Auswertung der Zinsplattform Raisin DS hatte im Herbst ergeben, dass die Zahl der Tagesgeldkonten in Deutschland gestiegen ist – auch wenn sich das Sparen auf diese Art längst nicht mehr lohnt. Hintergrund: Da inzwischen viele Geldinstitute Strafzinsen ab einem bestimmten Einlagenbetrag verlangen, versuchen Kunden diese durch ein geschicktes Verteilen auf mehrere Konten zu umgehen. Doch ob mit oder ohne Strafzinsen – die derzeitige Inflationsrate von 4,5 Prozent lässt sich auch durch mehrere Tagesgeldkonten bei den aktuellen Bedingungen nicht auffangen. (fp)