Inhaber von Tagesgeldkonten dürften die Hoffnung auf satte Zinsen verloren haben. Die verzinsten Konten ohne festgelegte Laufzeit werfen immer weniger ab. Banken schaffen die Zinsen auf Tagesgeld zunehmend ganz ab: 418 Kreditinstitute haben sie bei einer Sparsumme von 10.000 Euro schon auf Null gesetzt. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Vergleichsportals Verivox, das deutschlandweit die Konditionen von 800 Banken und Sparkassen verglichen hat. 

Bei einigen Kreditinstituten müssen Anleger sogar für die Verwahrung ihres Tagesgelds "Extraentgelte" bezahlen oder mit "echten" Negativzinsen rechnen, wenn sie größere Summen einlagern. Die Folge: Auch der Durchschnittszins für Tagesgeld ist gesunken. Seit etwa zwei Jahren zahlen überregionale Banken im Schnitt 0,2 Prozent aufs Tagesgeldkonto – im Jahr 2014 waren es noch mehr als dreimal soviel. Regionale Institute miteingerechnet, die zum Teil gar keine Zinsen mehr zahlen, lag der Durchschnitt zuletzt bei mikroskopischen 0,06 Prozent.

Festgeld schlägt Tagesgeld
Etwas höhere Zinsen gibt es noch für Festgeld, das Sparer zu einem festgelegten Zins auf zwei Jahre auf dem Konto lagern. Das betrifft aber nur die Anleger, die ihr Geld bei ausländischen Instituten geparkt haben. Die Rietumu-Bank mit Sitz in Riga in Lettland bietet zum Beispiel derzeit rund 1,45 Prozent Zinsen im Jahr. Wie sicher diese Institute sind, ist unter Experten jedoch umstritten. (fp)