Wer sein Vermögen immer noch auf dem Tagesgeldkonto parkt, sollte sich besser auf Enttäuschungen gefasst machen. Schon im vergangenen Jahr sah es düster aus: Im Schnitt lagen die Sparzinsen beim Tagesgeld 2020 zwischen hauchdünnen 0,11 und 0,09 Prozent. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren bekamen Tagesgeldfans bei deutschen Geldhäusern nominal im Schnitt noch auskömmliche 2,2 Prozent gutgeschrieben.

Nun hat der Tagesgeldindex des Finanzportals Tagesgeldvergleich.net neue Tiefststände erreicht. Zum 1. April lag der Index bei 0,07 Prozent und damit 12,5 Prozent niedriger als im Vormonat, wo er noch bei 0,08 Prozent notierte. "Auch die Top-5-Zinsen sanken auf ein Rekordtief von 0,35 Prozent", sagt Mario Hess, Sprecher des Finanzportals.

Die Experten rechnen nicht damit, dass sich die Situation in nächster Zeit zum besseren wenden wird, im Gegenteil. "Der Tiefpunkt für Sparer ist noch nicht erreicht", prognostiziert Hess. Das liegt vor allem an der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Selbst wenn sich die Inflationsrate dem Zielwert von zwei Prozent nähern sollte, bleibt eine Zinswende unwahrscheinlich. "Der Krisenmodus der EZB wird auch nach der Coronakrise erhalten bleiben. Steigende Sparzinsen stehen nicht auf der Agenda der Zentralbank", sagt Hess. 

Neugeschäft steigt
Von September 2020 bis Februar 2021 hatten die Tagesgeldzinsen noch verhältnismäßig stabil bei einem durchschnittlichen Wert von 0,09 Prozent gelegen. Tagesgeldvergleich.net wertet monatlich die Zinssätze von 100 Angeboten für Bank-Neukunden aus. Zuletzt stieg das Neugeschäft der Banken für täglich fällige Einlagen von Privatkunden laut dem Portal im Vergleich zum Vormonat um 1,23 Prozent auf 1.754,337 Milliarden Euro. In den letzten 12 Monaten verzeichnete das Neugeschäft einen Anstieg um rund 9,8 Prozent. (fp)