Die Verschuldung der USA erreicht neue Rekordwerte, zugleich haben die Zinsen am langen Ende angezogen. Allein die Zinslast auf die ausstehenden Staatsschulden beträgt mittlerweile mehr als eine Billion US-Dollar pro Jahr. "Für die Märkte ist das Ganze ein Teufelscocktail", sagt Kay Tönnes, Gründer von Antecedo Asset Management. Und das treffe potenziell auch Aktieninvestoren.

Angespannte Aktienmärkte
Eine große Staatsschuldenkrise wäre nicht zuletzt für die Aktienmärkte gefährlich, meint Tönnes: "Wenn die Bonität des größten Schuldners der Welt in Frage steht, ist das der Super-GAU." Zwar könne die US-Notenbank notfalls den amerikanischen Staat immer retten, doch die Konsequenzen wären unkalkulierbar. Aber schon die bisherigen steigenden Zinsen können seiner Meinung nach zu Problemen führen, etwa durch Ausfälle im Private-Debt-Bereich.

Die Situation am Markt sei ohnehin angespannt, findet Tönnes. "Die Tech-Unternehmen haben gerade eine sehr gute Berichtssaison hinter sich, viele haben ihre Prognosen angehoben. Die Kurse von Unternehmen wie Microsoft oder Nvidia sind dann zwar auch gestiegen, aber nicht in dem Maße, wie es aufgrund der Ergebnisse zu erwarten gewesen wäre." Für ihn ein Zeichen dafür, dass die Investoren skeptischer geworden sind. 

Mit Optionen absichern
Tönnes rät Anlegern daher zur Vorsicht und dazu, etwa bei Tech-Werten Gewinne mitzunehmen. Auch die Absicherung mit Optionen oder Derivaten sei sinnvoll: "Die Optionsvolatilität, also der Preis für Absicherungen, ist im Moment noch überraschend niedrig. Die Märkte sind also noch ziemlich entspannt", stellt er fest. "Aber das Umfeld aus hohen Schulden und politischer Unsicherheit zeigt, dass etwas kommen wird." (jh)