Technologiewerte bleiben die klaren Gewinner an den internationalen Aktienmärkten. Für klassische Dividendenstrategien sei dieses Umfeld eine Herausforderung, sagt DWS-Fondsmanager Thomas Schüßler. Mit dem Ergebnis seiner Value-Strategie ist Schüßler dennoch zufrieden. In seinem DWS Top Dividende sucht er günstig bewertete Titel mit überdurchschnittlich hohen Dividendenrenditen, guten Bilanzen und guten Gewinnen. Davon gebe es nach wie vor genug.

Nur rund ein Drittel US-Werte im Portfolio
Fündig wird der Fondsmanager derzeit vor allem bei Finanzwerten, Konsumaktien, Pharmaunternehmen und im Energiesektor. In den USA hält Schüßler nur rund 30 Prozent seines Fondsvolumens investiert – deutlich weniger als der MSCI World, in dem US-Titel etwa drei Viertel des Indexgewichts stellen. Grund seien die hohen Bewertungen amerikanischer Aktien, die die durchschnittliche Dividendenrendite auf 1,1 Prozent gedrückt hätten. Bei europäischen Titeln sehe es da noch besser aus. Schüßler: "Die Dividendenrenditen sind zwar auch hier gesunken, liegen aber immer noch bei interessanten drei Prozent." Es gebe eine Menge reifer, nicht sonderlich teurer Unternehmen, die vom Wachstum der Weltwirtschaft und auch vom US-Wachstum profitieren dürften.

Den Boom beim Thema künstliche Intelligenz (KI) kann Schüßler kaum nutzen – die Titel weisen in der Regel kaum nennenswerte Dividendenrenditen auf. Deren enorm hohe Bewertung sieht er kritisch: "Das spekulative Element bei US-Technologieaktien ist schon sehr hoch. Spekulation ist per se zwar kein Problem, doch wenn es zu viel davon gibt, steigt die Rückschlaggefahr erheblich." Bemerkenswert sei, dass das Konsumentenvertrauen in den USA so niedrig sei wie 2009, was Investoren aber offensichtlich nicht in ihrer Euphorie bremse. Schüßler setzt verstärkt auf Titel aus Europa und auch aus Asien.

Bitcoin bringt keinen Mehrwert
Neben Aktien setzt Schüßler verstärkt auf Gold und kurzlaufende Bundesanleihen. Gold sieht er vor allem als Instrument zur Diversifikation, da es in der Vergangenheit häufig negativ zum Aktienmarkt korreliert war. Digitale Anlagen wie Bitcoin hält er dagegen nicht für geeignet: "Sie verhalten sich eher wie Technologieaktien und bieten keinen stabilisierenden Effekt." Schüßlers Fazit: "Es gibt keinen Grund, die Aktienmärkte zu meiden. Aber es gibt gute Gründe, ein höheres Augenmerk auf das Thema Diversifikation zu legen." (jh)