Top-Stratege Yardeni erhöht Crash-Risiko auf 35 Prozent
Der Iran-Krieg sorgt an den Märkten für zunehmende Nervosität. Laut Stratege Ed Yardeni steigt das Risiko eines Ausverkaufs bei US-Aktien deutlich. Der Ölpreis klettert, während Anleger mit einer Kombination aus höherer Inflation und schwächerem Wachstum rechnen.
Mit dem Iran-Krieg stehen US-Aktien nach Einschätzung des Strategen Ed Yardeni vor dem wachsenden Risiko eines Ausverkaufs. Die globalen Märkte befänden sich in "schnell verändernden Zeiten". Der Wall-Street-Veteran sieht die Wahrscheinlichkeit eines Markteinbruchs im Rest des Jahres nun bei 35 Prozent, nach zuvor 20 Prozent. Zugleich senkt er die Chancen auf einen sogenannten Melt-up – eine Rally, die stärker von Anlegerbegeisterung als von fundamentalen Daten getragen wird – von 20 Prozent auf nur noch fünf Prozent.
Angesichts des Iran-Kriegs und seiner Auswirkungen in der Region ist der Ölpreis auf nahezu 120 US-Dollar je Barrel gestiegen. Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate haben infolge der Schließung der Straße von Hormus und rasch gefüllter Lager ihre Förderung reduziert. Der Irak hat in der vergangenen Woche damit begonnen, Förderanlagen stillzulegen.
Anleger fürchten Kombination aus Inflation und schwachem Wachstum
Bei Investoren wächst die Erwartung, dass sich der Konflikt im Nahen Osten hinziehen und die Energiekosten weiter steigen könnten. Die Aussicht auf Zinssenkungen der Federal Reserve hat sich bereits eingetrübt. Anleger stellen sich indessen auf das gleichzeitige Risiko schwächeren Wachstums und steigender Inflation ein.
"Die US-Wirtschaft und der Aktienmarkt befinden sich derzeit in einer Zwickmühle zwischen dem Iran und einer schwierigen Lage. Das Gleiche gilt für die Fed", schrieb Yardeni in einer Analyse. "Wenn der Ölschock anhält, wäre das doppelte Mandat der Fed zwischen dem steigenden Risiko einer höheren Inflation und einer steigenden Arbeitslosigkeit hin- und hergerissen."
US-Börsen bislang robuster als viele andere Märkte
Bislang haben die US-Börsen geringere Verluste erlitten als die Aktienmärkte vieler anderer Länder. Der S&P 500 verlor in der vergangenen Woche zwei Prozent, während der breit gefasste globale Aktienindex von MSCI um 3,7 Prozent einbrach.

Diese Widerstandsfähigkeit erklärt sich laut Wilsons Advisory teilweise aus der größeren Energieautarkie der USA im Vergleich zu Märkten wie Asien. Zudem hatten Sorgen über Ausgaben im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) US-Aktien bereits zuvor etwas an Schwung genommen.
Volatilität steigt – Hedgefonds setzen auf fallende Kurse
Die Futures auf den S&P 500 fallen im asiatischen Handel am Montag (9.3.) um mehr als zwei Prozent. Hedgefonds bauen inzwischen ihre Short-Positionen in börsengehandelten US-Aktienfonds aus.
Das Volatilitätsbarometer Cboe VIX Index ist auf den höchsten Stand seit den Zollturbulenzen im April 2025 gestiegen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist um sechs Basispunkte gestiegen, da Händler höhere Inflation einpreisen. (mb/Bloomberg)















